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Autor Alexander Helios
(Herbert Herden)
Titel Weltraum-Wunder
Ein Zukunftsroman
Verlag Buch- und Zeitschriten-Verlag
Dr. Hans Riegler
Stuttgart
Jahr 1954
Titelbild Römer
Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
Daten zuletzt bearbeitet
von
Alfred Beha

ALEXANDER HELIOS
[ Herbert Herden (*1906) ]

WELTRAUM-WUNDER
Ein Zukunftsroman

Wie vor ca. 70 und mehr Jahren Jules Verne schon jung und alt mit seinen Zukunftsromanen begeistert hat, deren für damalige Zeiten phantastischer Inhalt heute zum Teil bereits verwirklicht oder durch die Technik sogar hier und da überholt ist, so wir der vorliegende Roman eines bis jetzt noch nicht bekannten Autors besonders unsere Jugend für die Verwertung der Weltraumstrahlen interessieren. Vielleicht wird diese Energie schon in 50 Jahren oder noch früher Tatsache sein.

Die Entwicklung eines neuen, unendlich leichten Werkstoffes durch einen deutschen Gelehrten und seinen Assistenten fällt zeitlich zusammen mit dem Auffinden geheimnisvoller blauer Brocken unbekannten Materials durch letzteren in der Antarktis, die ein außergewöhnlich hohes Gewicht haben. Bei einer Explosion gelegentlich des Versuches, sie zu analysieren, spritzt die flüssige Masse zufällig auf einen Barren des neuen Werkstoffes, der darauf sofort mit unheimlicher Wucht durch das ganze Labor hindurch gegen dessen Decke saust. Langwierige Untersuchungen erklären diesen rätselhaften Vorgang mit einer Einwirkung kosmischer Strahlen, die wie ein ungeheurer Magnet auf die gefundene Verbindung wirkt.

Mit Hilfe dieser neuen Energie gelingt in systematischer Arbeit die Schaffung des "Luftflitzers", eines ohne Treibstoff fahrenden Autos und vor allem des amphibienhaften Flugbootes; allen diesen Erfindungen sind uns zum Teil noch unvollstellbare Geschwindigkeiten eigen. Letzten Endes werden durch die Verwertung der Weltraumstrahlen unsere jetzigen Energiequellen Kohle und Öl, sowie die daraus hergestellten Treibstoffe überflüssig.

Kein Wunder, daß solche umwälzenden technischen Fortschritte auf die Dauer nicht geheim bleiben können! Während ihre Verwertung nach dem Wunsch der Erfinder den Vereinten Staaten Europas zugute kommen soll, bemühen sich fremde Mächte, ihr Geheimnis zu lüften und dieses für ihre eigenen Zwecke zu erlangen.

So entstehen fesselnd geschilderte Fälle von Werkspionage und von deren Abwehr. Besonders aber die Zeichnung der Charaktere, die Einflechtung einer zarten Liebesgeschichte, die Einschaltung eines mit gesundem Menschenverstand und gutem Humor ausgestatteten Laborarbeiters in den Kreis der Gelehrten ist dem Autor hervorragend gelungen.

Kurz: Ein Buch, das menschlich und sachlich nach jeder Richtung hin anspricht, dessen Inhalt ein richtiger Roman mit technischem Hintergrund ist, ohne daß aber irgendwelche technischen Kenntnisse beim Leser vorausgesetzt werden. Er wird von jedem gern aufgenommen werden, ganz gleich, ob jung oder alt, der Geschmack daran findet, selbst festzustellen, wie weit Utopie und Ergebnisse ernster Wissenschaft ineinander übergehen können.

Vorwort (Seite 7-8):

Nach langjährigen Versuchen ist es der modernen Physik gelungen, die Atomspaltung durchzuführen und dadurch ungeheure Kräfte zu entfesseln. Man könnte annehmen, daß den Wissenschaftlern hiermit der letzte große Schlag gelungen ist. Und doch birgt die Natur ein noch größeres Geheimnis.

Täglich, stündlich, in jeder Sekunde werden wir aus dem Weltall mit kosmischen Strahlen bombardiert. Strahlen, deren Energie alle bisher bekannten Größenordnungen, auch die der Atomenergie, bei weitem übersteigt. Wenn es den Gelehrten, die sich seit Jahren mit diesem Problem beschäftigen, gelingt, diese Strahlen einzufangen und nutzbar zu machen, dürfte für die Menschheit ein neues Zeitalter anbrechen.

Mit diesen Strahlen beschäftigt sich die folgende Handlung. Der Stand der bisherigen Forschungen wird aus naheliegenden Gründen streng geheimgehalten, sodaß in der Erzählung keine konkreten Angaben gemacht werden konnten. Dafür sind aber der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Trotzdem ist die Handlung durchaus im Rahmen des Möglichen gehalten, wenn auch vieles phantastisch anmutet. In diesem Zusammenhang brauchen wir uns nur unserer Vorfahren zu erinnern. Auch sie haben vieles nicht für möglich gehalten, was uns heute als selbstverständlich erscheint.

Es ist klar, daß in der Handlung die Entdeckung der Strahlen dem Zufall überlassen werden mußte. Beim Experimentieren im Labor stellt der junge Assistent eines deutschen Gelehrten völlig unbeabsichtigt einen Stoff her, der ungeheure magnetische Kräfte entwickelt.

Erst später stellen sie gemeinsam fest, daß Weltraumstrahlen beim Auftreffen auf diesen Stoff diese Kräfte hervorrufen. Bis zur Bändigung und Lenkung dieser Kräfte ist es jedoch noch ein weiter Weg. Zahlreiche Hindernisse in der Weiterentwicklung, sowie durch den Eingriff fremder Mächte, sind zu überwinden, bevor die neue Energie nutzbringend angewandt werden kann. Der in dem Buch geschilderte Luftflitzer ist durchaus nicht als Utopie zu betrachten; denn seit einiger Zeit gibt es das gleiche als Einmann-Hubschrauber.

Der Unterschied besteht lediglich in der Antriebskraft. Während beim Hubschrauber ein Benzinmotor die Fortbewegung ermöglicht, wird beim Luftflitzer die erforderliche Energie in beliebiger Menge und an jeder Stelle kostenlos der Luft entnommen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß in unserem schnellebigen und an Erfindungen so reichen Zeitalter diese Entdeckung schon im Laufe der nächsten 50 Jahre gemacht wird. Ungeahnte Möglichkeiten würden sich daraus ergeben. Der Wunschtraum des Autofahrers, Wasser statt Benzin zu tanken, um einen fast kostenlosen Treibstoff zu erhalten, würde bei Verwendung der neuen Energie noch weit übertroffen werden.

Kohle, Benzin und Öl als Energiespender wären überflüssig. Qualm und Ruß würde die Luft nicht mehr verunreinigen. Es führt zu weit, alles das aufzuführen, was uns durch Nutzbarmachung der kosmischen Strahlen das Leben erleichtern würde.

Deshalb mag es der Phantasie des Lesers überlassen bleiben, sich die Dinge seinem Wunsche entsprechend selbst auszumalen.

Impressum: 1954 · © by Dr. Riegler, Stuttgart · Druck: Burgauer Buchdruckerei Kraus & Appel, Burggau/Schwaben.

BUCH- und ZEITSCHRIFTENVERLAG Dr. HANS RIEGLER · STUTTGART

[ OA | 1954 | 279 S. [9-279] | 21 x 14 | Dunkelblauer Leinenband mit goldgeprägtem Deckel- und Rückentitel und Schutzumschlag mit Rundumillustration: DM 7,90 ++ Hellblauer Leinenband mit dunkelblau geprägtem Deckel- und Rückentitel und Schutzumschlag mit Rundumillustration | mit einer Kartenskizze als Frontispiz | mit Inhaltsverzeichnis (S. 5-6) und einem Vorwort (S. 7-8) | Cover: Römer (Signatur) ] +

[ TG Katalog-43 | Illmer-128 | Serowy # 550-1 | dnb+ ]

Rezensionen / Materialien:

  • Franz Rottensteiner / Michael Koseler (Hg.): Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur · Corian-Verlag, Meitingen · Lose-Blatt-Sammlung.