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Autor Hans Christoph
Titel Die Rache des Molochs
Ein grotesker Zukunftsroman
Verlag Delta Verlag
Bischofswiesen - Berlin
Jahr 1951
Titelbild Emil K. Wille
Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
Daten zuletzt bearbeitet
von
Alfred Beha

HANS CHRISTOPH
[ Hans Fechter (1885-1955) ]

DIE RACHE DES MOLOCHS

Dieser amüsante Roman führt den Leser in das goldene Zeitalter einer Übertechnik, in dem der gesamte Lebensbedarf der Menschen durch automatische Fabrikanlagen in solchem Überfluß gedeckt wird, daß Nahrung, Kleidung, alle Gebrauchsgegenstände von allen unentgeltlich und kostenlos entnommen werden können. In diesem Lande der Übertechnik gibt es daher kein Geld und keine Währung mehr. Die Menschen brauchen nicht mehr für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten; wenn sie es dennoch tun, so nur, um nicht gänzlich tatenlos in den Genuß dieses Überflusses zu kommen. Auch ihre Moral steht auf einer sehr hohen Stufe; es ist kein Grund mehr vorhanden, unmoralisch zu sein. Es gibt alles im Überfluß, daher fallen Neid und Mißgunst fort, allerdings auch die Möglichkeit selbstloser Hilfsbereitschaft.

Die Menschen haben kein Lebensziel mehr; das Leben wird vom Moloch der Technik durch den Rhythmus der automatischen Fabriken geregelt; selbst Staatsgewalt und Staatsverwaltung sind überflüssig geworden.

In dieses goldene Zeitalter versetzt der Verfasser eine Gruppe von Menschen unserer Zeit, die mit ihrem Streben und Wollen nicht nur diesen ganzen kunstvoll aufgebauten Apparat stören, in Unordnung bringen, sondern ihn auch ad absurdum führen und zerstören; es kommt zum dramatischen Kampf zwischen Mensch und Technik, die mit der Selbstvernichtung der Technik endet. Mit Scharfblick, unerbittlicher Logik und überlegenen Humor hat der Verfasser in diesem Roman die letzten Konsequenzen aufgezeigt und zur lebendigen Darstellung gebracht, in welche eine Übertechnik die Menschen mit ihrem unvermeidlichen Materialismus führen muß, wenn sie dem Zwang der Mechanisierung unterliegen und damit Arbeit und Schaffen aufhören, dem Menschen Ziel und Maß seines Wollens zu sein.

DELTA-VERLAG - BERLIN-SCHÖNEBERG

[ OA | 1951 | 259+1=260 S. | 18,5 x 12 | Hellbeiger Leinenband m. goldgeprägtem Rücken- u. Deckeltitel m. farb. ill. SU: DM 5,80 -- Hellbrauner Leinenband m. braunem Rücken- u. Deckeltitel m. farb. ill. SU | Schutzumschlag und Einbandentwurf: Emil K. Wille, Berchtesgaden | mit Werbung für die utopischen Romane "Mondstation Ovillon" von Henry Walter, "Patrouille gegen den Tod" und "Dünn wie eine Eierschale" von Rudolf H. Daumann auf der Schutzumschlag-Rückseite ] +=

[ TG Katalog-23 | Illmer-74 | Serowy # 232-2 | Bestandskatalog der Sammlung Ehrig # 8-13 | ddb+ ]

Anmerkungen zum Autor:

  • "Wenig bekannter Autor . . . wohl nicht identisch mit dem gleichnamigen hippologischen Schriftsteller (1918-1969).
    Christoph war auch noch nach dem 2. Weltkrieg im SF-Genre aktiv: »Die Rache des Molochs« (1951), in gewisser Weise eine Fortsetzung zu »Die Fahrt in die Zukunft« (1922), beschreibt in humorvoller Weise eine übermechanisierte Zukunftswelt."

    (Nessun Saprà: "Lexikon der deutschen Science Fiction & Fantasy 1919-1932" - 2007: Utopica Verlag)

  • Franz Rottensteiner im "Werkführer" (1990) und das HEYNE "Lexikon der Science Fiction Literatur" (1988) geben die Lebensdaten des Autors mit "1918-1969" (die Daten des oben erwähnten Autors, der hauptsächlich über Pferde geschrieben hat).

    Beide führen allerdings auch den Roman "Die Fahrt in die Zukunft · Ein Relativitätsroman" an, der 1922 erschienen ist.
    Damit hätte dieser Autor den Roman im Alter von 4 Jahren geschrieben, was auch für einen Relativitätsroman relativ unwahrscheinlich ist.

  • Der WIKIPEDIA Artikel über den Marine-Ingenieur "Hans Fechter" (update-Stand: 01.07.2010) schreibt den Roman (und nur diesen Roman) Hans Fechter zu:

    "Nach Kriegsende 1945 betätigte sich Fechter erneut literarisch. Er . . . schrieb unter dem Pseudonym Hans Christoph einen grotesken Zukunftsroman . . . "
    (Der 1922 unter dem Namen "Hans Christoph" erschienene Roman wird in dem Artikel nicht erwähnt.)

  • Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist anzunehmen, daß die beiden Romane von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden.

    Rezensionen / Materialien:

  • Franz Rottensteiner in: Franz Rottensteiner / Michael Koseler (Hg.): "Werkführer durch die utopisch-phantastische" Literatur · Corian-Verlag, Meitingen · Lose-Blatt-Sammlung · 5. Erg. Lfg. Jun 1990:

  • "Der Autor beschreibt . . . auf ziemlich unbeholfene Weise eine klischeehafte Zukunftswelt, die von allerlei märchenhaften Katastrophen befallen wird . . .
    »Das Ende des Molochs« ist genauso wirr aufgebaut, so naiv in Handlung und Personenzeichnung . . . und so unverständlich in Schlußfolgerungen wie die meisten deutschen Zukunftsromane der Zeit. Sieht man von einigen zeitbedingten Bezugnahmen ab, schließt der Roman auch bruchlos an den älteren Zukunftsroman (»Die Fahrt in die Zukunft«) des Verfassers an."
    (Franz Rottensteiner)