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Autor Yves Gandon
Titel Der letzte Weisse
Roman
Verlag Port Verlag, Urach
Jahr 1948
Originaltitel Le Dernier Blanc
Originaljahr 1945
Übersetzer Robert Brandt
Titelbild Carl Keidel
Titelbild 2 Karl Stephan
Nachdrucke
  • 1974: "HEYNE SF classics" TB # 3414: "Der letzte Weiße" · Ein klassischer Science-Fiction-Roman · Ungekürzte Taschenbuchausgabe · Lizenz des Port Verlags, Esslingen · 208 S. · Cover: Karl Stephan. 
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    YVES GANDON
    [ Pierre Louis Yves Gandon (1899-1975) ]

    DER LETZTE WEISSE

    Spannende Anti-Kriegs-Utopie, in der nach dem vierten Weltkrieg nur noch ein einziger Weißer überlebt, der von den Farbigen Amerikas in einem Museum ausgestellt wird. Mit Hilfe einer farbigen Journalistin gelingt ihm die Flucht, und er besucht noch einmal das völlig verödete Europa.

    Nach dem vierten Weltkrieg, den die sich selbst zerfleischenden Weißen miteinander führen, bleibt zuletzt nur noch einer von ihnen übrig, der von den Schwarzen und Gelben in New York, das dann Colour City heißt, in ein Museum gesteckt und gegen Eintrittsgeld besichtigt wird. Es gelingt ihm, mit einer Neger-Journalistin zu entfliehen und noch einmal das völlig verödete Europa zu sehen.

    Ihr erzählt er sein Leben, und auf Pastellbilder friedlichen Durchschnitts voll Liebe und Behaglichkeit folgen erschreckende Visionen. Gibt es heute noch einen vernünftigen Abendländer, den das Thema dieses Zukunftsromans nicht erschüttert, der seine Idee für gar nicht so sehr phantastisch hält?

    Impressum: © 1948 by Port Verlag, Urach · 1.-10. Tausend · Übertragen von Robert Brandt · Einbandgestaltung von Carl Keidel, Stuttgart · Druck: Buchdruckerei Eugen Göbel, Tübingen.

    ERSCHIENEN IM PORT VERLAG URACH

    [ DEA | 1948 · 1.-10. Tausend | 338+1=339 S. | 19 x 12,5 | HLn m. Deckelvignette u. SU: DM 6,50 ] +=

    [ TG Katalog-39 | Illmer-110 | Bloch² # 1095 | Bleymehl-182 | Serowy # 432-1 | ddb+ ]

  • "Pierre Louis Yves Gandon, der bekannte französische Literatur- und Theaterkritiker, schrieb diesen Roman unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs als Mahnung für Europa.

    Der Autor, geboren am 3. Juni 1899 in Blois, studierte in Trois und Paris, war zeitweilig Präsident des französischen PEN-Clubs, seit 1960 Präsident des Syndicat des critiques littéraires und seit 1963 der Association internationale des critiques littéraires, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, ist Mitglied der Ehrenlegion und lebt in Paris.

    "Le dernier blanc" erschien 1945 bei R. Laffont, Paris und 1948 in deutscher Übersetzung."

    (Quelle: HEYNE SF TB # 3414 · der weitere Klappentext dort ist identisch mit dem obigen Text des Port Verlags)

    Rezensionen / Materialien:

  • Sam Moskowitz: "The Negro in Science Fiction" in "Worlds of Tomorrow", 1967 · auch erschienen als Kapitel "Civil Rights - Rockets to Green Pastures" in Sam Moskowitz: "Strange Horizons - The Spectrum of Science Fiction" · 1976: Scribner's, New York · Auszug: Seite 65-66:

  • " ... Would the world perhaps be a better place if there were no white race? French author Yves Gandon doesn't think so.

    His novel "The Last White Man", first published in English translation by Cassell and Co., London, 1948, has the white man wipe themselves out by introducing into warfare a disease that kills only those with Caucasian blood. The yellow and black men rule the world between them, and the one surviving white man is kept in a museum and displayed to the public two hours every day.

    Ten years after the ascendancy of the dark races, he is permitted to revisit Paris accompanied by a young female Negro reporter, who will record his reactions. What he finds makes mockery of his most tender personal memories, but in the midst of his disillusionment the radio carried by the girl broadcast a report of a severance in relationship between the dark races, a prelude to hostilities.

    She asks him if he thinks there will be war. He replies, "If wars were avoidable, how is it they have never yet been avoided?"

    A similar situation is presented in "When the Whites Went", written by British author Robert Baternan (Dobson, 1963). A strange virus kills every white man, and civilization begins to crumble as the highly technical facilities and services predominantly controlled by the whites collapse. In England, bands of Negroes with individual leaders form marauding armies while others attempt to establish workable communes.

    Two white men who have been underground in a deep mine for two weeks have survived. They are not aware of what has happened and make contact with a Negro community. The tug-of-war takes place as to whether to kill what may be the last white men on the face of the Earth.

    Ray Bradbury, who had brought the Negro theme boldly into the pages of the science fiction magazines with "Way in the Middle of the Air" (1950 · deutsch: "Mit dem Kopf in den Wolken", 1972), now projected an all-Negro world in its sequel to that story, "The Other Foot" (deutsch: "Die andere Haut", 1962), which appeared in the first, March 1951, issue of a literary magazine, NEW STORY ..."

  • Hanna Deicke in: "Bücherei und Bildung" · 1951 · 3. Jg. · 2. Heft · Februar 1951 · Seite 101:

  • "Fast alle neueren utopischen Romane sagen, daß es "25 Uhr" sei, und sie tun das mit einem erheblichen Aufwand an Schauermärchen. Gandon ist darin zurückhaltender, - weil er Skeptiker ist. Sein Thema ist nicht Gewaltherrschaft und Auslöschen des Individuums, sondern die Selbstzerstörung der weißen Rasse und das Heraufkommen der Farbigen. Das Buch ist während des letzten Krieges entstanden. Der "letzte Weise", Franzose, einziger Überlebender aus dem vierten Weltkrieg des 20. Jahrhunderts, sitzt in New York als Museumsstück zur Besichtigung und Erforschung. Einer jungen schwarzen Journalistin erzählt er sein Leben. Es ist das Leben eines Durchschnittsmenschen, der nicht mehr ganz die Naivität der elterlichen Generation hatte, um "glücklich" zu leben, der aber eingesponnen bleibt ins Eigene und in seinen Fotografen-Beruf flieht, weil er mit dem Leben und der Liebe nicht zurecht kommt. Selbst Krieg und Not lösen ihn nicht aus dieser Verschlossenheit. Es scheint mehr Zufall als Schicksal zu sein, daß er als einziger den Mikrobenkrieg übersteht, zusammen mit dem Arzt, der am Heilserum arbeitete. Beide werden nach Amerika geschafft; der Arzt nimmt sich dort das Leben, weil er dieses Dasein nicht aushält. Durand, der "Durchschnittsfranzose" aber bleibt im - toten - Leben. Erst die Wiederbegegnung mit den Trümmern Europas, die ihm das Journalistenmädchen um eigener Zeitungserfolge willen verschafft, bringt ihn ans Ende; er nimmt sich das Leben.

    Das Buch ist eher als resignierte Feststellung, denn als Umkehr-Predigt zu werten, jedenfalls wird kein Ausweg gezeigt. Den muß sich der Leser selber suchen. Die Geschichte ist so fesselnd erzählt, daß sie am Ende zum Nachdenken zwingt, und das ist, nach dem Vorwort des Verfassers, auch ihr Sinn. Deshalb ist sie zu empfehlen."

  • H. Becher S. J. in: "Stimmen der Zeit" · Heft Mai 1950 · Verlag Herder, Freiburg im Breisgau:

    "Zukunftsromane sind heute im Schwang. Unseren Erlebnissen entsprechend beschäftigen sie sich mit den Katastrophen der Zukunft und der Endzeit. So erzählt Gandon, wie sich die Menschheit in einer Reihe von Weltkriegen immer mehr vernichtet hat. Die in der Technik der Zerstörungswaffen und Bazillenverbreitung führende weiße Rasse hat sich dabei selbst umgebracht, bis auf einen. Er wird in dem farbigen USA in einem Museum aufbewahrt. Es gelingt ihm, nach dem verödeten Europa zu fliehen, wo er in seiner Heimatstadt den Ausbruch eines neuen Krieges zwischen den farbigen Rassen erfährt und sich das Leben nimmt.
    Reizvoll ist die logische Weiterentwicklung der Technik, die aus ihrem gegenwärtigen Zustand herausgeführt wird. Zuweilen rührt ein echter Ton der Menschlichkeit. Das war wohl das Ziel des Verfassers, den Menschen als das eigentliche Opfer des Wissens und Könnens darzustellen. Das Ende aber ist die ewige Nacht. Immerhin ein Unterhaltungsbuch."