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Autor John Friderici
Titel Der Blutsauger
Ein unheimliches Buch
Verlag Reihenbuch-Verlag GmbH
Frankfurt am Main
Jahr 1952
Originaltitel Grenztitel (Horror)
Titelbild Rolf Wansart
Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
Daten zuletzt bearbeitet
von
Alfred Beha

JOHN F. FRIDERICI
[ Hanns Kurth (1904-1976) ]

DER BLUTSAUGER
[ Reihe "Die unheimlichen Bücher" # 1 ]

Mac Blood holt sich den toten John Leer aus der Leichenhalle und flüstert ihm zu, daß er ihm das Leben wieder geben kann, wenn er das Blut von Menschen trinkt, die er für ihn aussucht. Der Tote nimmt an - und wird zu einem Werkzeug von Mac Blood. Er hat Angst, noch einmal in diesem Sarg, in welchem er als Toter ruhte, zu liegen, und er gehorcht aus Angst vor dem Sterben, aus Furcht vor dem Tod und trinkt das Blut und ist doch nur ein Werkzeug des Mac Blood, der diese Wesen für sich braucht - aber ohne Blut.

"Blut ist ein seltsamer Stoff. Blut lebt nach Jahrtausenden, nach Jahrhunderten weiter und weiter. Wenn Du Blut findest und es Dir verschaffen kannst - wirst Du nie sterben können!"

Mit dieser Erkenntnis ging er in die Leichenhallen und hielt Umschau unter denen, die schon tot sein sollten und doch lebten. Und er rief sie zum Leben zurück und machte aus ihnen Werkzeuge, die wie Roboter umgingen - als Blutsäufer für ihn, als Opfer seines Suchens . . .

Das ist der Anfang der Geschichte. Die psychologischen Rätsel, die im Hirn eines Menschen, der schon starb und wieder lebendig wurde, nach Lösung drängen, werden in dem Buch "Der Blutsauger" meisterhaft gestaltet.

Der Mensch flieht vor dem Grauen und fühlt sich doch von ihm angezogen. Und wenn draußen an den Fensterläden der Sturmwind rattert, wenn die schwere, lastende Dunkelheit früher Herbstabende und kalter Winter sich über die Welt senkt, und die Bäume ächzen, als ob Menschen in ihnen wohnten - dann hat das Grauen die Herrschaft.

Niemand wird das Buch "Der Blutsauger" aus der Hand legen können, ohne bis zur letzten Zeile in fieberhafter Spannung gelesen zu haben, was Mac Blood mit seinem Roboter John Leer, dem Toten, begann, als er ihn auf den Weg schickte - Menschen zu suchen, deren Blut ihm ewiges Leben geben sollte.

DIE UNHEIMLICHEN BÜCHER LASSEN KEINEN MEHR LOS!

Impressum: © 1952 by Reihenbuch-Verlag GmbH. Frankfurt am Main · Graphische Gestaltung: Rolf Wansart, Frankfurt am Main · Gesamtherstellung: Main-Echo, Kirsch & Co. GmbH., Aschaffenburg.

REIHENBUCH-VERLAG GMBH. · FRANKFURT AM MAIN

[ OA | 1952 | 254 S. [9-254] | 19 x 13 | Farb. ill. Supronyl m. SU | Reihe "Die unheimlichen Bücher" # 1 | mit einer Werbeseite für diese Reihe und einer Werbeseite für die Reihen des Verlags | Die Angabe der Übersetzung aus dem Englischen ist fiktiv: das Buch von wurde von Hanns Kurth geschrieben ]

[ Hethke/Skodzik-9-2007 | dnb+ ]

Verlagswerbung für die Reihe:

"Die UNHEIMLICHEN Bücher" von John Friderici

Niemand soll glauben daß das UNHEIMLICHE nicht auch im Bereich SEINES Lebens liegen könnte!

Die UNHEIMLICHEN BÜCHER - bisher nur in englischer Sprache erschienen - werden sich auch in Deutschland einen großen Leserkreis schaffen.

Meisterhaft verstand es der Autor, das UNHEIMLICHE in Worte zu fassen!

Die UNHEIMLICHEN Bücher lassen keinen mehr los!

[ "Der Blutsauger" wurde im Jahr 1954 von der "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften" indiziert (Bundesanzeiger # 95 vom 19.05.1954). ]

Rezensionen / Materialien:

  • Jörg Weigand: "DAS PHANTASTISCHE ALS SPIELELEMENT · Im Leihbuch nach 1945 gibt es weitaus mehr Romane mit phantastischen Inhalten als bislang angenommen · Ein Zwischenbericht" in: "Quarber Merkur" # 99/100 " ("Franz Rottensteiners Literaturzeitschrift für Science Fiction und Phantastik"). 2004: EDFC, Passau.

    "Während also das Gros der utopisch-phantastischen Leihbücher der Science Fiction angehören, sind im Bereich des Unheimlichen nur sehr wenige Leihbuchtitel erschienen, . . . in der Serie «Die Unheimlichen Bücher» . . . von John Friderici sind drei Titel erschienen, wovon zwei, nämlich «Der Blutsauger» und «Kuss der Toten», wegen Jugendgefährdung indiziert wurden. Ein vierter vom Verlag angekündigter Titel «Geisterhände um Mitternacht» ist bislang nicht nachgewiesen und vermutlich wegen weiterer drohender Indizierung nicht erschienen.
    Hinter dem Pseudonym «John Friderici» verbarg sich, nach neuesten Erkenntnissen, Hanns Kurth (1904-1976), der im SF-Bereich auch als «C. C. Zanta» und «K. Merten» geschrieben hat."
    (Jörg Weigand)

  • Wolfgang Thadewald: "John Friderici · Der Blutsauger" in: Franz Rottensteiner / Michael Koseler (Hg.): "Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur". Corian-Verlag, Meitingen. Lose-Blatt-Sammlung: 25. Erg. Lfg. April 1998.

    "Der Titel weist auf einen zum Genre "Vampir" gehörenden Roman hin, doch ist er dies nicht im engeren Sinne, weil seinem Blutsauger einige klassische Attribute fehlen . . . zum Schluß, nachdem alle Personen dahin gemetzelt oder verschwunden sind, gelingt es dem Autor sogar, John Leer mit einem Hauch von Tragik zu umgeben. Nicht nur ist er plötzlich und unerklärlich sehr stark gealtert, er ist auch weder richtig tot noch richtig lebendig und auf immer einsam . . . fast ein wenig dem Ewigen Juden vergleichbar.
    Nach so viel Blut und Grausamkeit kann ein solcher Schluß nicht überzeugen. Der Blutsauger bleibt ein unappetitlicher, ungenießbarer und überflüssiger Roman, den die 'Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften" 1954 zu Recht indiziert hat. Der Roman bleibt aber auch ein interessantes Beispiel einer frühen Horrorliteratur, die es im Leihbuch nur sehr selten gab, und die in anderen Erscheinungsformen erst sehr viel später große Leserscharen finden sollte."
    (Wolfgang Thadewald)

  • Alpers, Fuchs, Hahn (Hg.): "Lexikon der Horrorliteratur" · 1999: Fantasy Productions, Erkrath · Seite 134.