16231623
Autor John Friderici
Titel Wolfsmensch Jean
Ein unheimliches Buch
Verlag Reihenbuch-Verlag GmbH
Frankfurt am Main
Jahr 1953
Originaltitel Grenztitel (Horror)
Titelbild Rolf Wansart
Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
Daten zuletzt bearbeitet
von
Alfred Beha

JOHN FRIDERICI
[ Hanns Kurth (1904-1976) · alias Tom Larsen · alias K. Merten · alias Edwin E. Möller (?) · alias C. C. Zanta ]

WOLFSMENSCH JEAN
[ Reihe "Die unheimlichen Bücher" # 3 ]

Nach der mittelalterlichen Legende, die sich auf älteste ägyptische und griechische Quellen stützt, genügt es, einen Menschen im Schlaf mit einem Gürtel aus Menschenhaut zu umschnüren, um seine Seele in die eines Werwolfs, eines Wolfsmenschen, zu verwandeln. Mittelalterliche Legende? Wie kam es dann, daß in der Nähe eines Ardennen-Dorfs in einer der Heiligen Nächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar ein Mädchen erwürgt wurde, während man wenige Stunden später unweit von Antwerpen einen Knaben entführte und an der holländischen Grenze eine Frau unter seltsamen Umständen verschleppte?

Niemand dachte an einen Wolfsmenschen, an einen Werwolf. Es konnten ja drei Ereignisse sein, die nichts miteinander zu tun hatten; aber so dachten nur jene, die weder die Zusammenhänge erkannten noch davon Kenntnis hatten, daß andere, viel furchtbarere Ereignisse geschehen waren, in denen der Prankenschlag eines Ungeheuers sichtbar wurde.

Es war ein Werwolf, es war ein Wolfsmensch, der umging - jawohl - in diesen Tagen umging. Und dieser Werwolf war das Geschöpf einer seltsamen Frau, die sich auf diese Weise an der Welt rächen wollte, für eine Zurücksetzung und für die Tragödie, die unaufhaltsam, ihr Leben zerstörend, näher und näher rückte.

Jemand ahnt von der Existenz dieses Wolfsmenschen und will den Entsetzlichen befreien. Er will ihn erlösen von dem Zwang, den ein anderer auf ihn ausübt, und gerät selbst in den Bannkreis des Unheils, aus welchem nicht einmal ein arabischer Totenbeschwörer ihn befreien kann. Auf der Flucht vor sich selbst, vor dem Wolfsmenschen, den Jean Garou in sich fühlt und doch nicht bewältigen kann, kommt Jean, der Wolfsmensch, in die einsame Heide Schottlands und begegnet dort einem Mann, der in ihm den Tod erkennt und alle Hebel in Bewegung setzt, um das Unheil auszulöschen oder wenigstens zu bannen. Doch die gespaltete Seele des Wolfsmenschen ist stärker. Sie sucht sogar den zu vernichten, der den Schrecken aus dem Herzen des Jean Garou herausreißen wollte - und daran letzten Endes verbrennen muß.

"Wolfsmensch Jean" gehört zu den besten Übersetzungen der englischen UNHEIMLICHEN BÜCHER.

DIE UNHEIMLICHEN BÜCHER LASSEN KEINEN MEHR LOS!

Impressum: © 1953 by Reihenbuch-Verlag GmbH., Frankfurt am Main · Gesamtherstellung: Julius Steeger & Co. GmbH., Bayreuth.

REIHENBUCH-VERLAG GMBH zu FRANKFURT AM MAIN

[ OA | 1953 | 263 S. (9-263] | 19 x 13 | Halbleinenband mit aufmontiertem Deckelbild des SU in Supronyl-Folie gebunden, mit farbig illustriertem Schutzumschlag | Reihe "Die unheimlichen Bücher" (# 3) | mit Werbung für diese Reihe auf dem hinteren Buchdeckel | Die Angabe der Übersetzung aus dem Englischen ist fiktiv: das Buch wurde von Hanns Kurth geschrieben! ]

[ Hethke/Skodzik-9-2007 | dnb- ] =+

  • Das Titelbild wurde vermutlich von Rolf Wansart gestaltet - Allerdings hat der Verlag bei diesem Buch - im Gegensatz zu den beiden ersten Bänden der Reihe - den Graphiker im Impressum nicht genannt.

    Rezensionen / Materialien:

  • Heinz J. Galle: "Wie die Science Fiction Deutschland eroberte: Erinnerungen an die miterlebte Vergangenheit der Zukunft" · 2008: DvR-Verlag (Seite 66-67, Abbildung aller Reihentitel auf Seite 103):

    "Der Reihenbuch-Verlag hatte seine Reihe DIE UNHEIMLICHEN BÜCHER getauft. In den Jahren 1952-1953 wurden dort drei Bände veröffentlicht: Der Blutsauger, Kuss der Toten und Wolfsmensch Jean - Besonders dieser letzte Band ist gesucht und dementsprechend teuer. Es ist die Geschichte des Wolfsmenschen Jean Garou, der das Geschöpf einer Frau ist, die sich auf diese Weise an der Welt rächen will. Auf den Ebenen Schottlands begegnet die gespaltene Persönlichkeit dann ihrem Befreier.

    Als Verfasser zeichnete ein gewisser "John Friderici" verantwortlich. Dahinter verbarg sich Hanns Kurth.

    Ein angekündigter vierter Band, Geisterhände um Mitternacht, ist offenbar nicht mehr erschienen, obwohl er für den 26. März 1953 mit der Verlagsnummer 62 zu Auslieferung anstand und auch schon eine kurze Inhaltsbeschreibung gegeben worden war. Darin heißt es: "John Cassins, Mitglied einer alten Spiritistenfamilie spürt Geisterhände, die nach ihm greifen. Eine Frau steht ihm zur Seite, will sich für ihn opfern, etwas Ungeheuerliches geschieht". Leider verriet der Verlag nicht, wie ungeheuerlich dieses Ereignis war.

    Die ersten beiden Titel wurden von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften am 19.05.1954 bzw. am 27.7.1954 indiziert. Eine Indizierung schlägt sich fast immer auf den Marktpreis der Sammlergemeinde nieder; so geschah es auch in diesem Fall."

  • siehe: John Friderici "Blutsauger".