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Autor Lee Van Dovski
(Herbert Lewandowski)
Titel Reise ins Jahr 3000
Roman
Verlag Gala-Verlag Hamburg
Jahr 1958
Originaltitel Eine Reise ins Jahr 3000
Bericht eines phantastischen Abenteuers
Originaljahr 1951
Titelbild Kurt Conrad Loew
Titelbild 2 C. Caesar
Nachdrucke
  • 1951: Delphi-Verlag, Zürich: "Eine Reise ins Jahr 3000 - Bericht eines phantastischen Abenteuers" · o. J. (1951) · goldgeprägter Leinenband mit Schutzumschlag · 300 S.
  • 1951/1953: Neuer Pfeil Verlag, Hannover: "Reise ins Jahr 3000" · o. J. (1951/1953) · HLn m. SU · 19 x 12,5 · 300 S. · Cover: Paolo.
  • 1956: "I Romanzi di Urania" Heft # 136: "Viaggio nel 3000" · Verlag Arnoldo Mondadori, Mailand · gekürzte Übersetzung: ins Italienische übertragen von Sem Schlumper · Oktober 1956 · Magazin-Format · 128 S. (der Roman "Viaggio nel 3000" auf den Seiten 3-118) · Cover: C. Caesar.
  • 1957: "LUNA Utopia-Roman" Heft # 17: "Reise ins Jahr 3000" · Walter Lehning-Verlag, Hannover · NA (gekürzt) · 65 S.
  • 1960: Gala Verlag, Hamburg · unveränderte Neuauflage · Ln m. SU · 285 S.
     
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    LEE VAN DOVSKI
    [ Herbert Lewandowski (1896-1996) ]

    REISE INS JAHR 3000

    "Als ich in die Hotelhalle trat, sagte mir der Portier, in meinem Zimmer warte eine Dame auf mich. Ich war einen Augenblick sprachlos. - Lächelte der Portier nicht ein wenig? Nein, wirklich - er hatte die korrekteste Miene von der Welt. Ich fragte unsicher zurück: "Eine Dame?" "Jawohl - sie wartet schon ziemlich lange", erklärte der Portier, ohne eine Miene zu verziehen.

    Ich bestieg den Fahrstuhl um in den 21. Stock hinaufzufahren. In der 3. Etage stieg ein junges Mädchen ein, und alle Männer nahmen den Hut ab. Während wir nach oben sausten, zerbrach ich mir den Kopf. Wer mochte da wohl auf mich warten? Ich kannte doch in New York keine einzige Dame.

    Ein wenig bekommen öffnete ich einen kleinen Spalt meiner Zimmertür und lugte vorsichtig hinein. Wahrhaftig - ein braunes Bein, das sich unter einem kurzen Röckchen in seiner ganzen Wohlgestalt präsentierte und ziemlich ungeduldig auf und ab wippte. Mutiger geworden, öffnete ich die Tür völlig, und . . . "

    Tristan Ramon, der dieses Abenteuer erzählt, ist ein Statist wider Willen auf der politischen Bühne. Er ist in die Schweiz gekommen, wird von den Amerikanern nach New York transportiert und sucht dort H. G. Wells auf, um mit ihm wegen leihweiser Überlassung der Zeitmaschine zu verhandeln. Diese Unterhandlungen werden durch das Erscheinen einer jungen Dame ein wenig gefährdet, doch schließlich . . .

    Nein, das Vergnügen des Selbstlesens können und wollen wir Ihnen nicht abnehmen! Schlagen Sie die erste Seite auf: Tristan Ramon stellt sich Ihnen vor und fragt Sie wie ein alter, lieber Bekannter: "Ich weiß nicht, ob Sie jemals ein großes, weißes Kreuz gesehen haben, das . . . "

    Die Zeitschrift PUBLIKATION schreibt unter dem Titel: "KÖNNTE MAN DEN NOBELPREIS NICHT ERNSTER AUFFASSEN?" Ihn sollten eigentlich Idealisten unter den Dichtern haben, die den Frieden mit trefflicher Kunst verherrlichen. Diesem Ideale stehen sicher nicht nahe ein Hemingway mit seinem "weichen Zynismus" oder Faulkner mit seiner Wühlerpassion in fürchterlichem Schmerz. Der Mensch hat auch geistigen Geruchssinn, und so protestiert er gegen die schönstgeformte Statue, wenn sie aus übelriechendem Stoff gemacht ist; doch mehr gegen eine pervers nachlässig geformte. Wenn die Darstellung des Schlimmsten ihre Berechtigung darin hätte, daß man Ermahnungen geben will, dann wäre es doch wichtig, den Weg der Besserung mit Zukunftsstrahlen vorzuspiegeln.

    Auf solcher Grundlage scheint uns ein Buch dem Nobel-Ideale viel näher zu stehen: Lee van Dovskis "Reise ins Jahr 3000".

    Auf Flügeln einer schön schwebenden Prosa flieht der Verfasser aus seinen unverdienten Leiden zum Zukunfts-Traum Frieden. Er reist mit dem Chronomobil in die bessere Welt des Jahres 3000. Der glückliche Reisende genießt dort gleich die Liebe der griechisch-schönen Heliane, die seine Freundin wird. Er lebt mit ihr wie in einem D'Annunzio-Traum, zugleich die neuen Einrichtungen gemeinsam studierend. Bei allem Stimmungs- und Gedanken-Reichtum rollt die Handlung spannend interessant, auch psychologisch pulsierend, durch persönliche und kollektive Umstände. Die Erotik läutert sich in die reinste Flamme der treuen Liebe, die auch von einer schönen Verführerin nicht erschüttert werden kann. Aber die Überglut - mit Gebrauch von Aphrodisiaken - tötet Heliane. Und nachher endet der schöne Reisetraum mit Ausweisung aus dem Paradies, wo alles uns gefallen würde.

    Impressum: © by Gala-Verlag Hamburg · Umschlag von Kurt Conrad Loew, Wien · Druck: Niedersächsische Buchdruckerei, Uelzen.

    GALA-VERLAG · HAMBURG

    [ NA | (o. J. (1958) | 285 S. | 18 x 12,5 | Schwarzer Leinenband mit Deckeltitel und farbig illustriertem Rundum-Schutzumschlag (siehe Cover 2 oben links): DM 13,40 ++ Broschur m. farb. ill. SU ] +

  • Erstmals erschienen im Jahr 1951 im Verlag Delphi, Zürich (© 12 Dec 1951 by Herbert Lewandowski · Quelle: Catalog of Copyright Entries) und im Verlag Neuer Pfeil, Hannover (je nach Quelle: im gleichen Jahr oder 1953).

  • Das Manuskript für diesen Roman mit dem Titel "Meine Reise ins Jahr 3000" datiert aus dem Jahr 1944, begonnen am 03.05.1944 (Quelle: Schweizer Literaturarchiv, Bern).

    Cover 2:
  • oben links: Gala, 1958 - Deckel
  • oben rechts: LUNA Utopia-Roman, 1957
  • unten links: Neuer Pfeil Verlag, Schutzumschlag
  • unten rechts: I Romanzi di Urania # 136 · Cover: C. Caesar (Quelle: Mondourania.com).