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Autor Hans Possendorf
(Hans Mahner-Mons)
Titel Der Krystallseher von Gill Street
Kriminal-Roman
Verlag Friedrich Petersen Verlag
Hamburg
Jahr 1953
Originaltitel Der Krystall-Seher von Gill Street
Originaljahr 1926
Titelbild nach einem Filmfoto
Titelbild 2 Rudolf Herrmann
Nachdrucke
  • 1926 (Erstausgabe): Verlag W. Vobach & Co., Berlin & Leipzig: "Der Krystall-Seher von Gill Street" - Roman · Ln · 8° · 270 S.
  • 1930: Verlag von Otto Janke in Leipzig · 6.-9. Tsd. · Leinenband mit Schutzumschlag (siehe Cover 2) ++ Kartoniert · 8° · 270 S.
  • 1957: "KRIMINAL ERDBALL Romane" # 466: "Der Kristallseher von Gill-Street" · Ein erregender Kriminal-Roman von Hans Possendorf · Wolfgang Marken Verlag, Darmstadt · 64 S. · Cover: Rudolf Herrmann, Darmstadt. 
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    HANS POSSENDORF
    [ Hans Mahner-Mons (1883-1956) ]

    DER KRYSTALLSEHER VON GILL STREET
    Okkult-phantastischer Kriminal-Roman

    Als Edward Chapman nach mehr als zwei Jahrzehnten von Übersee nach London zurückkehrt, um nach dem Tode seines Geschäftspartners die Leitung des Stammhauses zu übernehmen, ahnt er nicht, daß ihn hier in der Weltstadt an der Themse jemand erwartet, der keinen anderen Wunsch kennt, als ihm ein qualvolles Ende zu bereiten. Der Engländer ahnt auch nicht, daß ihm hier die Rechnung für eine Schuld präsentiert werden soll, die er in jungen Jahren auf sich geladen hat.

    In einer Nach beginnt es! Plötzlich erwacht Chapman - Grauen schüttelt ihn, ein Furchtgefühl, das ihm Übelkeit verursacht, hat ihn überfallen. Eine unheimliche, unwiderstehliche Macht scheint ihn zu umschlingen, es gibt kein Entrinnen - bis sich plötzlich alles löst und nur die Furcht, diese abgrundtiefe Furcht zurückbleibt. Doch die Anfälle wiederholen sich, lassen den so selbstbewußten, harten Mann zu einem Schatten werden. Da tritt ihm Elinor Harrod in den Weg. Noch einmal überflutet ihn, den Alternden, eine Leidenschaft, ein echtes, tiefes Gefühl, das die unheimlichen Anfälle zu bannen scheint.

    Im Hintergrund aber verfolgt Taw-Guh, der Birmane, den Mann, dem er das Verderben geschworen. Ein geheimnisvoller Kristall zeigt ihm, wann er will, seinen Todfeind. Der Kristall auch gibt ihm die Möglichkeit, die Qualen seines Opfers bis ins Unerträgliche zu steigern. Taw-Guh weiß, daß Chapman keine Chance hat, seinem Schicksal und ihm zu entgehen!

    In aufwühlender Weise gestaltet Hans Possendorf diesen Roman, in dem das Übersinnliche in den allgemein menschlichen Bereich einbezogen wird. Glaubhaft einbezogen!

    Die sich ständig steigernde Spannung reißt an den Nerven des Lesers, dem vor der Lösung insgeheim graut, obschon er sie ersehnt. Ein Roman, der durch seine Eigenart und seine gepflegte Sprache von Anfang bis Schluß den Leser nicht aus seinem Bann entläßt.

    Impressum: © by FRIEDR. PETERSEN VERLAG, Hamburg · Umschlagbild: Filmfoto · Umschlagschrift: Walter Dreesen · Druck und Einband: Friedr. Petersen, Husum.

    FRIEDR. PETERSEN VERLAG · HAMBURG

    [ NA | o. J. (März/April 1953) | 272 S. | 18,5 x 12,5 | Ill. Supronyl: DM 6,40 ] +

  • Die Erstausgabe erschien im Jahr 1926 im Verlag W. Vobach & Co., Berlin und Leipzig: Grüner Leinenband mit Deckelvignette (siehe Cover 2) · und eine weitere Einbandvariante · 8° · 270 S.

    [ Bloch # 2451 | dlb-a # 4.1953 ]

    Rezensionen / Materialien:

  • Franz Rottensteiner in: Franz Rottensteiner / Michael Koseler (Hg.) "Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur" · Corian-Verlag, Meitingen · Lose-Blatt-Sammlung: 1. Erg. Lfg. Mai 1989 (Rezension der Ausgabe von 1930 im Janke Verlag):

    "Mr. Edward Chapman, einer der Teilhaber der Kolonialwaren-Importfirma Chapman & Harrod, der eben erst nach 16 Jahren in Brasilien nach London zurückgekehrt ist, leidet an Alpzuständen; ein fremdes Wesen wirkt auf ih ein, Mensch, Tier oder 'gar etwas Körperliches'. Er fühlt sich unschuldig, hat immer die Gesetze beachtet, war zwar ein harter Geschäftsmann und hat so manchen eingeborenen Händler ruiniert und sich auch an den Weibern für die vielfältigen Strapazen in Südchina, Hinterindien und Brasilien schadlos gehalten, aber Gewissensbisse hat er nie empfunden, bis er jetzt unter dem Einfluß des Alpdrückens an sich zu zweifeln beginnt.

    Warum er verfolgt wird, ist völlig seinem Gedächtnis entglitten. Als junger Mann hat er einst die Tochter eines Birmanen verführt, mit sich nach Europa genommen und dort fallengelassen. Das Mädchen kam im Elend um. Nun ist ihr alter Vater, der unter dem Namen Taw-Guh auftritt, nach Europa gekommen, um späte Rache zu üben . . .

    Die verschiedenen Element von Okkultismus, . . . Kriminalistik, Rache mittels fernöstlicher Geheimnisse, Chinesenviertel, enttäuschter Liebeshoffnungen und erfüllter Liebe sind im Roman recht geschickt verknüpft . . . zwar ist Der Krystall-Seher von Gill Street keineswegs eines von Possendorfs besten Werken, aber es ist klar erzählt, ohne überflüssige Schnörkel und Prätentionen, in einer einfachen und präzisen Sprache, eine gut konstruierte Unterhaltungsliteratur mit einem Minimum an erzählerischen Klischees, lesbar auch heute noch."

    (Franz Rottensteiner)

    Vielen Dank an Lars Dangel für den Scan des Janke-Schutzumschlags.