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Autor George Rippey Stewart
Titel Leben ohne Ende
Roman
Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh
Jahr 1952
Originaltitel Earth Abides
Originaljahr 1949
Übersetzer Ernst Sander
Titelbild S. Kortemeier
Titelbild 2 Peter Klaucke
Nachdrucke
  • 1966: "HEYNE SF" TB # 3071/72 · NA Bertelsmann · 318 S. · Cover: Atelier Heinrichs.
  • 1982: "HEYNE BIBLIOTHEK DER SCIENCE FICTION LITERATUR" TB # 10 · "Sonderausgabe des HEYNE-BUCHS Nr. 06/3071/3072" · 415 S. · Cover: Atelier Heinrichs & Schütz, München.
  • 1990: "Unterwegs in die Welt von morgen" Band # 116 · enthält: George R. Stewart "Leben ohne Ende" (S. 7-292) und Eric Frank Russell "Störfaktor" (S. 295-374), sowie den illustrierten Anhang "Der Overview-Effekt - Die Erde vom Weltall aus betrachtet" (S. 377-383) · Die bearbeitete (und gekürzte) "Readers Digest" Version der Übersetzung von Ernst Sander · Buchcover: Picture International · Illustrationen des Romans "Leben ohne Ende" von Peter Klaucke auf den Seiten 7/8 (siehe Cover 2), 67, 128, 267 und 287.

     
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    GEORGE R. STEWART
    [ George Rippey Stewart         (1895-1980) ]

    LEBEN OHNE ENDE
    Roman

    Die Zivilisation stirbt, doch die Erde lebt - Die erregende Chronik vom Überleben nach der Weltkatastrophe.

    Wenn die Gattung Mensch von der Natur plötzlich bis auf wenige Exemplare ausgelöscht wäre - was würde aus der herrenlos gewordenen Zivilisation, was würde aus den letzten Menschen? Vom Blickpunkt des amerikanischen Kontinents hat Stewart diese utopische Frage und den Versuch einer Antwort in die Form eines spannenden Romans gegossen.

    Die Seuchenkatastrophe hat einen blutjungen Gelehrten verschont, der nun angesichts der plötzlich sinnlos gewordenen Technik sein Leben neu gestalten soll.

    Noch ist Ish in Kalifornien Parasit der Zivilisation mit Auto, Konserven und elektrischem Licht. Noch kann er den Angriff der nicht mehr gebändigten Natur auf die toten Wunderwerke der Technik beobachtend registrieren. Als der Schock überwunden ist, tut er sich mit Em, dem letzten Weibe, zusammen und zeugt Kinder. Ein zweites Menschenpaar hat sich der Urfamilie zugesellt.

    Schon nach drei Jahrzehnten muß der technisch gänzlich unbegabte "Stamm" für die primitivsten Lebensbedürfnisse zur Selbsthilfe greifen. Die Jahre vergehen. Es tauchen die Fragen nach Zählung der Tage und Jahre, nach Religion und Recht auf. Überall muß der alternde Ish unterweisen und helfen. Der schöpferische Mensch in ihm erwacht. Der Uralte wird für den primitiven Stamm zum Orakel, zum - Gottwesen; denn alles Schöpferische ist heilig.

    So hat die Geistesgeschichte der Menschheit von neuem begonnen, und technisch gesehen, ist sie am Ende unserer Geschichte mit Pfeil und Bogen, den "der letzte Amerikaner" wiederentdeckt hat, durchaus nicht schlecht gefahren ...

    So steht über der Vision dieser Robinsonade die höhere Wirklichkeit: Das Leben kennt kein Ende, die Erde bleibt ewiglich und auf ihr der schöpferische Mensch.

    Impressum: Das Buch erschien unter dem Titel "Earth Abides" by Victor Gollancz Ltd. London · Autorisierte Übersetzung aus dem Amerikanischen: Ernst Sander · Umschlag und Einband: S. Kortemeier.

    C. BERTELSMANN VERLAG - GÜTERSLOH

    [ DEA | 1952 | 462+1=463 S. | 19,5 x 12,5 | Ln m. SU: DM 13,20 ] +

  • "Earth Abides", einer der berühmtesten Romane in der großen Tradition der "doomsday novels", begründet von Mary Wolstonecraft Shelley, H. G. Wells und M. P. Shiel, erschien 1949 und gewann auf Anhieb den INTERNATIONAL FANTASY AWARD, die höchste Auszeichnung, die damals auf dem Gebiet der phantastischen Literatur vergeben wurde."
    (Quelle: Heyne Verlag "Bibliothek der Science Fiction Literatur" Band # 10)

  • Die amerikanische Original-Ausgabe erschien 1949 im Verlag Random House, New York. Die britische Erst-Ausgabe erschien 1950 bei Victor Gollancz Ltd. in London.

    Cover 2:

  • oben: Titelillustration von Peter Klaucke · Verlag Das Beste
  • unten rechts: Coverillustration der Erstausgabe im Random-Verlag New York von H. Lawrence Hoffman.

    Rezensionen / Materialien:

  • Alpers, Fuchs, Hahn (Hg.): Reclams Science Fiction Führer · 1982: Philipp Reclam jun. Stuttgart (Seite 396):
    "Der Roman gehört zu den bemerkenswertesten Beispielen des SF-Katastrophenromans und beeindruckt durch erzählerische Qualitäten und ausgeprägte Charaktere. Die hinter der Handlung steckende und gelegentlich auch ausformulierte These vom zwangsläufigen Untergang der menschlichen Kultur auf dem Höhepunkt der Entwicklung ist irrational, drückt aber mit ihrer Zivilisationsmüdigkeit den Zeitgeist des 20. Jahrhunderts aus."

  • Franz Schröpf in: FANTASIA # 7 - Okt 1980 (Seite 311).

  • Hermann Ibendorf in: Hermann Ibendorf (Hg.): TEMPORAMORES · Sonderausgabe zum Wechsel vom 2. ins 3. Jahrtausend · 2001: Würzburg · "Sternentau auf Seifenblasen oder Die Schwarzen Spiegel der Universalbibliothek: Ein Rückblick aus dem Jahr 2000 auf einhundert Meisterwerke der phantastischen Literatur" (Seite 35/36):
    "Aus der Vielzahl von Nachkriegskatastrophen-Romanen der Zeit nach dem 2. Weltkrieg ragt Stewarts Buch vor allem durch seinen ruhigen und klaren Erzählstil heraus. Seine abgeklärte, kompetente Sicht auf den Menschen in einer solchen Ausnahmesituation, stellt das Buch in eine Reihe mit Jack Londons DIE SCHARLACHPEST und meilenweit über Machwerke wie Stephen Kings DAS LETZTE GEFECHT.
    Als Fußnote sei noch erwähnt, daß Isherwoods Spitzname "Ish" auf einen berühmten kalifornischen Indianer namens "Ishi" hinweist, der, ebenfalls als letzter Vertreter seiner Zivilisation, zu Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA eine traurige Berühmtheit erlangte."

  • Thomas Harbach in: "Alien Contact" # 65 (Juni 2005):
    "George Stewarts Roman drückt in elegischem Ton, in krassen und an Unterschieden reichen Bildern die Müdigkeit der Menschheit nach dem Zweiten Weltkrieg, das Schlachten der eigenen Zukunft und die Hoffnung auf einen Neubeginn - egal in welcher Art - aus. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhundert wurden die Thesen immer lauter, die einen zwangsläufigen Zusammenbruch der Menschheit prophezeiten. Diese Thesen wurden vom kriegsgetriebenen Fortschrittsglauben an die Seite gedrückt. Erst das Nachdenken über die Folgen grenzenloser Rüstung, der Schaffung neuer Waffen und deren Einsatz führte einige Wissenschaftler dazu, das Ende der Menschheit durch eigene Dummheit in den Mittelpunkt ihrer Forschungen zu stellen. Dazu nutzt Stewart im Laufe seines Epos eine Handvoll von glaubwürdigen und interessanten Charakteren. In Rassenfragen sowie der Gleichberechtigung von Frauen und Männern bleibt der Autor in seiner Zeit gefangen und sät unbewusst den Keim neuer Zwietracht. Trotzdem muss seine Gemeinde die anstehenden Aufgaben gemeinsam bewältigen. Am Ende des Romans hat sich der Mensch die Erde nicht wieder Untertan gemacht, sondern lebt in einer Art Synthese mit seiner Umwelt, die jederzeit in die eine oder andere Richtung kippen kann. Das Gleichgewicht zwischen einer gewissen Zivilisationsstufe und der Chance zu überleben ist wieder hergestellt. Trotzdem hat die Natur den Menschen in seine Schranken verwiesen, und die Wunden aus Zement, Stahl und industrieller Verseuchung beginnen zu heilen. Stewarts Botschaft in diesem Roman ist klar und deutlich formuliert: Eine Zivilisation ist nicht unerschütterlich, die Menschheit muss nicht ewig leben - die Natur an sich wird das alles überstehen."