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Autor Hans Wörner
Titel Wir fanden Menschen
Roman einer Expedition
Verlag Albert Limbach Verlag, Braunschweig
Jahr 1948
Titelbild stage (Signatur)
Nachdrucke
  • 1975: "HEYNE SF classics" TB # 3449 · 158 S · Genehmigte ungekürzte Taschenbuchausgabe · Cover: Karl Stephan.
  • 1984: "Ozeanische Bibliothek 1984" ULLSTEIN SF TB # 20453 · 154 S. Titelbild von Theodor Bayer-Eynck · Mit einem Nachwort von Herbert W. Franke (ab Seite 146). 
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    HANS WÖRNER  [ 1903-1965 ]

    WIR FANDEN MENSCHEN
    Roman einer utopischen Expedition

    Atemlos ist dieses Buch geschrieben, wie gehetzt von der Vision "Es könnte so sein". Es könnte wirklich einmal durch die Entladung einer Vernichtungswaffe eine Lichtwalze sengend über Städte und Menschen hinwegrasen. Und noch 7 Jahre danach würde eine solche Expedition, wie das Buch sie schildert, dort nur erstarrtes Leben vorfinden. Die Erde würde noch immer tödliche Energien ausstrahlen und die letzten Menschen wären vertiert.

    Aber Hans Wörners "Bericht einer Expedition" ins Totenreich lähmt uns nicht durch monotone Schreckenslandschaften, in ihm vibriert es von Leben und Lebenswillen. Die Handlung jagt dramatisch von Szene zu Szene, gezeichnet mit hartem Realismus, im Technischen kühl, im Menschlichen durchbebt von letzter Erschütterung. Denn, so sensationell das Ganze geschrieben ist, spannend wie ein Abenteuerroman, sein Grundanliegen ist verzweifelt, aktuell und ernst, die Frage nämlich: Kann man die Menschen retten?

    Impressum: © 1948 by Albert-Limbach-Verlag, Braunschweig · Gesamtherstellung: Druck- und Verlagshaus Albert Limbach, Braunschweig · Oktober 1948.

    ALBERT-LIMBACH-VERLAG · BRAUNSCHWEIG

    [ OA | Oktober 1948 | 218+1=219 S. | 21 x 12,5 | hellblaugrauer Halbleinenband m. braunem Titeldruck auf Deckel u. Rücken, mit 2 unterschiedlichen Schutzumschlägen (siehe Cover 1 und Cover 2, links): DM 6,50 ] +=

    Im Jahr 1948 hat der Limbach Verlag 3 Ausgaben dieses Buches herausgebracht, nur erkennbar an den Impressum-Angaben:

  • "Oktober 1948"
  • "November 1948"
  • "Dezember 1948".

    Die obigen Buchdaten stammen von der Ausgabe "Oktober 1948" - sind jedoch bis auf die Monatsangabe identisch bei allen drei Ausgaben. Der Hinweis auf die 3 Ausgaben findet sich im Katalog "Utopie + Phantastik" des Antiquariats Arnfred Nülle (über ZVAB).

    Rezensionen / Materialien:

  • Alpers, Fuchs, Hahn, Jeschke (Hg.): "Lexikon der Science Fiction Literatur" · 1988: Heyne Verlag, München:

    "(Wörners) einziger SF-Titel 'Wir fanden Menschen', ein unter dem Einfluß des Zweiten Weltkriegs und der Atombombe entstandener Nachatomkriegsroman . . . gilt als einer der wichtigsten deutschen SF-Romane der Nachkriegszeit. Es ist eine drastische Absage an die modernen Vernichtungswaffen und gleichzeitig ein Appell an die Menschheit, endlich zur Vernunft zu kommen."

  • Fritz Reiche in: "Der Leihbuchhändler" # 3-1948 (15.11.1948):

    "Das Buch trägt seinen Titel zu Recht, es ist der Roman einer Expedition, die auszog, die Auswirkungen einer Katastrophe zu erforschen und dabei unter den vertierten Überlebenden wirklich Menschen fand.
    Der von uns früher nicht unbekannte Autor schildert unter merklichem Mahnen an die Menschheit das Verheerende der Explosion einer neuen Zukunftswaffe und läßt uns Einblick gewinnen in das Intimste des Menschenlebens, dem plötzliche Erstarrung bestimmt war.
    Die logische Folge der geschilderten Ereignisse reißt den Leser in gesunder Spannung mit fort, ohne aufdringlich zu wirken, die ethischen Werte der Menschheit finden gebührende Bewertung. Für Jugendliche nicht zu empfehlen."

  • Alpers, Fuchs, Hahn (Hg.): "Reclams Science Fiction Führer" · 1982: Philip Reclam jun., Stuttgart:

    "WIR FANDEN MENSCHEN entstand in einer Zeit, als das Entsetzen des gerade überstandenen Zweiten Weltkriegs noch frisch war, und Wörner hat mit seinem in einer groben, hölzernen und ungeschliffenen Sprache abgefaßten Roman dieses Entsetzen in recht eindrucksvoller Weise eingefangen".

  • Klaus W. Pietreck in: Franz Rottensteiner / Michael Koseler (Hg).: "Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur" · Corian-Verlag, Meitingen · Lose-Blatt-Sammlung · 4. Erg. Lfg. Feb. 1990:

    "Der einzige Zukunftsroman von Hans Wörner ist . . . trotz des äußerst mangelhaften literarischen Stils und trotz der mangelhaften Ausarbeitung des Charakters . . . ein eindrucksvolles Beispiel für tief humanistisch geprägte und engagierte SF-Literatur."

  • Jost Hermand: "Unbewältigte Vergangenheit: Westdeutsche Utopien nach 1945" in: "ARGUMENT SONDERBAND" AS 83 (1982), Seite 105:

    "... Noch erschreckender wirkt dieser totale Sinnverlust in dem Roman WIR FANDEN MENSCHEN von Hans Wörner, wo eine Expedition von drei Männern in ein Land kommt, das vor sieben Jahren von einer Atomkatastrophe heimgesucht worden ist. Anfangs glauben sie in ein Totenland zu kommen, bis sie plötzlich auf verwahrloste Menschengruppen stoßen, die wie verwilderte, verkrüppelte und verfilzte "Rattenwölfe" in dunklen Verliesen oder Kellern wohnen und sich ständig wechselseitig auszurotten versuchen, da unter ihnen nur noch das "Gesetz der Dschungels" gilt ..."

  • J. M. Musonius: "Einige Anmerkungen zu Hans Wörners SF Roman 'Wir fanden Menschen'" in: QUARBER MERKUR # 84 · 1995: EDFC, Passau.

  • Herbert W. Franke: "Nachwort" in: Ullstein TB # 20453 ("Ozeanische Bibliothek 1984") · Seite 146 ff.