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Autor Rudolf Bendl
Titel Nicht darüber hinaus
Übermensch oder Teufel?
Verlag Busslo-Verlag, Pforzheim
Jahr 1950
Titelbild Paul Schneider
Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
Daten zuletzt bearbeitet
von
Alfred Beha

RUDOLF BENDL (*1910)

NICHT DARÜBER HINAUS · ÜBERMENSCH ODER TEUFEL?

ist ein Roman, von dem ein bekannter Romankritiker sagt, daß er eine Roman-Sensation ersten Ranges darstelle. - -

Rudolf Bendl hat ihn in seiner Kriegsgefangenschaft geschrieben. Seine Kameraden waren von dem Inhalt dermaßen begeistert, daß sie den Autor immer wieder baten, etwas daraus vorzulesen.

Der Autor will mit diesem Werk der Welt beweisen, daß ein einzelner Mensch mit Hilfe der Technik unter Umständen einen ganzen Staat bevormunden und eventuell auch vergewaltigen könne, wenn er die Technik im verbrecherischen Sinne auszunutzen beabsichtige. Daraus geht hervor, daß der Kampf zwischen Gott und Teufel (Gut und Böse) auf Erden noch lange nicht zu Ende sei und die Menschen endlich einmal der Vernunft ihre Aufmerksamkeit schenken sollten, wenn sie nicht eines Tages vor der Alternative stehen wollen: entweder ausgerottet zu werden oder sich selbst zu vernichten!

Erfinder konstruieren die gefährlichsten Mordwerkzeuge und versuchen damit die Menschen zu zwingen, widernatürliche Taten auszuführen.

Führend darunter ist ein überaus häßlicher Mann, der mit seinen Forderungen alle sittlichen und moralischen Gesetze über den Haufen wirft. Ein ganzer Staat wird von ihm sozusagen auf modernste Art und Weise vergewaltigt. Ein Millionenvolk muß sich seinem Willen beugen, nur deshalb, weil er eine Erfindung gemacht hat, die alles Bisherige weit in den Schatten stellt. Er verlangt nach einer der schönsten Frauen New Yorks, die aber bereits verlobt ist und diesen herzlosen Menschen, der dem Teufel gleicht, abgrundtief haßt. Mit dieser Forderung werden alle Gesetze aus den Fugen gerissen. Ein Kampf von unbeschreiblichem Ausmaß entwickelt sich . . .

Der Erfinder droht mit der Vernichtung einer der wertvollsten Städte, wenn man ihm nicht alle Wünsche erfülle. Niemand vermag es, diesem Manne Einhalt zu gebieten, selbst die souveräne Macht des Staates nicht. Dadurch wird dieser rücksichtslose Erfinder, der die technische Wissenschaft mißbraucht, zum Satan auf Erden. Nun entsteht eine Dimension, die das menschliche Sein in Frage stellt.

Impressum: © 1950 by Busslo-Verlag, Pforzheim · 1. Auflage · Umschlagzeichnung: Paul Schneider, Karlsruhe · Druck: Buchdruckerei Julius Mössinger, Karlsruhe-Durlach · Einband: Verlagsbuchbinderei Wilhelm Wiederroth, Karlsruhe.

BUSSLO-VERLAG · PFORZHEIM

[ OA | 1950 | 383 S. | 19,5 x 12,5 | Stahlblauer Leinenband mit goldgeprägtem Deckel- und Rückentitel, blauem Kopfschnitt und Schutzumschlag | mit einem Prolog des Autors (S. 5-6) | mit einer Werbeseite für den Roman des Autor "Märtyrer der Liebe" (ebenfalls up!) ] =+

[ Bloch² # 347 | Bestandskatalog der Sammlung Ehrig # 4 (Dez 2007) ]

Rezensionen / Materialien:

  • Franz Rottensteiner in: Franz Rottensteiner / Michael Koseler (Hg.): "Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur" · Corian-Verlag, Meitingen · Lose-Blatt-Sammlung · 8. Erg. Lfg. Nov 1991:

  • "Nicht darüber hinaus ist wohl eines der großartigsten Beispiele unfreiwilligen Humors, die sich in der Science Fiction finden lassen. Sein Autor muß ein gottesfürchtiger Mann von einmaliger Geistesbeschaffenheit sein: fast alles in seinem Werk ist zitierenswert.

    Im Prolog legt er die Absichten, die er mit seinem Roman verfolgt, dar: Übermensch oder Teufel? soll den Leser überzeugen, daß die Wissenschaften die Menschheit von Gott entfernen und in den Abgrund führen können, wenn der Charakter nicht von der Vernunft, sondern von genußlüsternen Gefühlen gelenkt wird.

    Schurke der Geschichte ist der Multimillionär und geniale Erfinder Dr. Vasil Jupoff, der von Gott gezeichnet ist - mit einem Totenschädel; Gott hat ihm, als Warnung für alle, ein Menschenantlitz versagt . . .

    . . . Täglich fliegt Dr. Jupoff mit einem unheimlichen Luftkoloß, einem Düsenflugzeug, die Strecke Miami nach New York, um Abend für Abend . . . (eine besonders charakterfeste Dame, die immens schöne Gloria Holderfield, die ausgerechnet in einer New Yorker Bar singt) . . . anzuhimmeln . . .

    . . . Denn was hat der schurkische unbeweibte Erfinder vor? Er koppelt den von ihm erfundenen Apparat zur Atomzertrümmerung mit einer Zeituhr, nachdem er zu Demonstrationszwecken eine Bergspitze mit einer kleinen Atombombe atomisiert hat. Der Erfinder droht öffentlich, Miami und alle seine Bewohner in die Luft zu sprengen, wenn ihm die schöne Gloria nicht zum Weibe gegeben wird. Vergebens beruft sich die amerikanische Regierung darauf, daß sie keinen Einfluß auf Heiratssachen hat, vergebens wird Dr. Jupoff verhaftet . . . seine Zeituhr tickt unerbittlich.

    . . . Und alle in dem Roman sind überaus fromm und gottesfürchtig: der Verlobte will seine Braut nicht erlösen, indem er sie tötet, weil das ein Verbrechen gegen Gott wäre, ein Mitarbeiter hält dem Schurken die Treue, weil ein Eidbruch ebenfalls ein Verbrechen gegen Gott wäre, und stirbt lieber auf dem elektrischen Stuhl - wo auch der menschgewordene Satan Dr. Jupoff landet.

    Dieser Roman hat wirklich eine Handlung, die man kaum glauben kann, so melodramatisch ist sie angelegt, so voller non sequiturs."

    (Franz Rottensteiner)