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Autor Eugen Hobein
Titel Singa
Roman
Verlag Astoria-Verlag, Düsseldorf
Jahr 1950
Titelbild Herbert Birke
Titelbild 2 Kurt W. Blohm
Nachdrucke
  • 1954: "Erdball-Romane" # 220 · Wolfgang Marken Verlag, Darmstadt · 64 S. · Cover: Kurt W. Blohm, Hamburg. 
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    EUGEN HOBEIN (*1894)

    SINGA

    Motto: Könnte man die leeren Räume innerhalb der Erde eliminieren und die Protonen und Elektronen zu einer Masse zusammendrängen, so würde man ein Erdkügelchen von nur achthundert Metern Durchmesser erhalten. Gott sei Dank, das kann man heute noch nicht.

    Der bekannte Autor des Romans "Dämon Diamant" legt nunmehr sein mit Spannung erwartetes neues Werk vor. Selbst alter Weltenbummler und Afrikaner, gelingt es ihm ein faszinierendes Bild einer "Terra Incognita" des Kongos zu zeichnen und zwei Menschenschicksale vor uns aufzurollen, die in gewagter Problematik die Liebe zwischen einem Weißen und einer Mulattin zeigen.

    Mit allen Mitteln spannender Erzählungskunst sind diese seltsamen Schicksale mit einer Fülle aufregender Abenteuer verbunden; aber trotz der Menge buntschillernder Gestalten, die der Verfasser mit seltener Treffsicherheit zeichnet, klingt immer wieder die Tragik der Mischung zweier an sich wesensfremder Rassen durch.

    Hier steht, man möchte sagen, ein großer Romancier vor uns, der es wie keiner zuvor verstanden hat, innerhalb einer spannenden Handlung die Seelen eines weißen Mannes und einer schwarzen Frau mit all ihren abgründigen Tiefen und Höhen dem unter dem Bann des Geschehens stehenden Leser darzubieten.

    Während der über dem Kongo abstürzende Flieger Maurice le Roux in seinem Fallschirm zur Erde gleitet, ahnt er nicht, welche Probleme ihn dort in den undurchdringlichen Dschungeln, die auf der Landkarte noch heute ein weißer Fleck sind, erwarten - welch seltsame Verkettung von Umständen ihn in die Hände der einst aus der Liebe eines Weißen zu einer Negerin entstandenen Singa führt und wie er rettungslos dem Banne der eigenartig schönen Frau verfällt, in deren Augen sich die ganze Traurigkeit einer nicht für voll angesehenen Rasse spiegelt - deren Herz aber versucht, alle Menschen gleich zu sehen.

    Spannung und Sensatio, zugleich verwoben mit so viel Problematik und innerer Reife, sind von einem deutschen Autor dem Leser bis heute kaum gegeben worden - man möchte Eugen Hobein mit Hemingway und Löhndorff vergleichen - er hat von beiden etwas und dennoch eine eigene, neue und fesselnde Art der Darstellung.

    Die Übersetzung dieses Werkes in verschiedene Weltsprachen steht bevor - sein Roman "Dämon Diamant" erscheint in diesen Tagen in englischer und schwedischer Ausgabe.

    Impressum: Alle Rechte liegen beim Verlag · Astoria-Verlag, Düsseldorf · 1. Auflage 1950 · Bildentwurf und Einbandgestaltung: Herbert Birke, Düsseldorf · Druck: Buchdruckerei Göbbels, M. Gladbach.

    ASTORIA-VERLAG · DÜSSELDORF

    [ OA | 1950 | 299 S. | 18,5 x 13 | Leinenband mit Deckelvignette und Rückentitel, mit farb. ill. Schutzumschlag: DM 6,80 | mit einem Nachwort des Verfassers (Seite 300-303) ]

    [ Bloch² Nachtrag # 3541 ]

  • Die up-Story: Der in Zentralafrika abgestürzte Pilot der französischen Luftwaffe und Paläontologe, Le Roux, erlebt auf der Jagd nach den Mokele mbembe, den sagenhaften Ungeheuern der Kongo-Sümpfe, in einem unzugänglichen Sumpfgebiet eine paläontologische Überraschung:

    "Le Roux sah deutlich ohne Glas den tang- und morastbedeckten Lederpanzer mit armdicken Rillen und Rissen, sah das zum Leben erwachte Märchen des Tertiär und der Kreide, sah den sagenhaften Mokele mbembe mit dem sechzig Millionen Jahre alten Stammbaum. Zweifellos handelte es sich um ein uraltes Exemplar der Gattung langhalsige Riesensaurier aus der Verwandtschaft des Brontosaurus. Skelette dieser Tiere aus der Kreidezeit hatte man besonders in Nordamerika gefunden." (S. 280)


    Rezensionen / Materialien:

  • Franz Rottensteiner / Michael Koseler: "Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur" · Corian-Verlag, Meitingen · Lose-Blatt-Sammlung.

  • Hans Reimann: "Literazzia: ein Streifzug durchs Dickicht der Bücher" 1952 (S. 42): "Nahezu ein Jahr verbringt der Assistent eines Pariser Paläontologen gezwungenermaßen unter Kannibalen, Pygmäen, Gorillas und Elefanten, zeugt ein Kind mit der Fetischfrau der Bakakas, einer Weißen, und sichtet einen (auch bei Edgar Wallace existierenden) Dinosaurier. Ein Jammer, daß das trotz aller Phantastik überzeugende Buch so liederlich geschrieben und gedruckt ist!"