19041904
Autor Hans Thür
Titel Todesstrahlen
Verlag Sirius-Verlag, Salzburg
Jahr 1951
Nachdrucke
  • 1953: Hans Thür: "Todesstrahlen" · Sirius-Verlag, Salzburg · 2. Auflage · © 1952 by Sirius-Verlag, Salzburg · Gesamtherstellung: Anton Pustet, Salzburg · Hellblauer Leinenband mit dunkelbraun geprägtem Deckel- und Rückentitel und farbig illustriertem Schutzumschlag · 309 S. (mit Nachwort auf Seite 311). 
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    HANS THÜR (*1920)

    TODESSTRAHLEN

    Dem Menschen sind Kräfte in die Hand gegeben, die die Erde zusammenhalten, sie aber auch in Trümmer legen können, wenn der Mensch das Hohe Gesetz verkennt, das über ihm steht.

    Eine rätselhafte Katastrophe vernichtet das Weltraumschiff "Prometheus", mit dem kühne Techniker den ersten Sprung ins Unendliche wagen.

    In der Folge greift der geheimnisvolle Feind nach Flugzeugen, Schiffen, ja nach der Erde selber ...

    Wagemutige Männer machen sich auf, das Rätsel der "Todesstrahlen" zu lösen. Ihr Weg führt sie durch Gefahren und Abenteuer bis ins innerste Tibet ...

    SIRIUS-VERLAG · SALZBURG

    [ OA | o. J. (1951/1952) · laut 2. Auflage: © 1952 | 309 S. [5-309] | 20,5 x 14,5 | Braunoranger Leinenband mit dunkelbraun geprägtem Deckel- und Rückentitel und farbig illustriertem Schutzumschlag | mit einem Nachwort des Verfassers auf (unpaginierter) Seite 311 ]

    [ Illmer-251 | Serowy # 1211-1 | dnb+ ]

    Rezensionen / Materialien:

  • Franz Rottensteiner in: Franz Rottensteiner / Michael Koseler (Hg.): "Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur" · Corian-Verlag Heinrich Wimmer, Meitingen · Lose-Blatt-Sammlung · 15. Erg. Lfg. September 1994:

    "Raketentechnik, Todesstrahlen und fernöstliche Weisheit vermengt dieser Roman in einer ziemlich naiven Mischung. Der Held, der deutsche Ingenieur Robert Hartmann, hat für die 'Internationale Gesellschaft für Weltraumfahrt' eine atombetriebene Wasserstoffrakete gebaut, die ... zum ersten ferngelenkten, unbemannten Versuch ins Weltall starten soll ... (jedoch) schmuggelt Hartmann seinen Freund Walter Smith an Bord der Rakete, damit er ... Aufschlüsse über die kosmischen Strahlen gewinnen kann ... Der Start verläuft planmäßig ... aber dann ... stürzt die Rakete als zerschmorter Metallklumpen aus ungeklärter Ursache in den Ozean ...

    Während immer mehr Flugzeuge abstürzen ... von den Todesstrahlen verzehrt ... hat Hartmann vor, in Tibet nach David Smith zu suchen, dem Physiker, der vor Jahren nach Tibet aufgebrochen ist, um dort in größerer Höhe das Geheimnis der kosmischen Höhenstrahlen zu erkunden, die seiner Meinung nach gebündelt zu Lieferanten größter Energiemengen werden können. Ihn will er gegen die unbekannten Todesstrahlen zu Hilfe rufen ...

    Die Selbstüberhebung des Menschen, der unchristliche Drang nach Erkenntnis, ist es, der zum Bösen führt. Diese faustische Grundüberzeugung ist eingekleidet in eine recht fadenscheinige Handlung, die ethnologisch mit allerlei tibetanischem Schnickschnack aufgeputzt ist. Die Wissenschaft besteht bei Thür aus unerklärten Phänomenen und beiläufig vorgebrachter Technik ohne rechte Grundlage. Das Belletristische ist dünn und im Kitsch verankert, die Sprache ziemlich dürftig."

  • "Salzburger Nachrichten":

    "Der technische Zukunftsroman kann nur überzeugend wirken, wenn er aus der Aktualität und Realität des Tages entspringt. Die kritische Beurteilung könnte bei allzu unbeschwerten Utopien zu leicht einer achselzuckenden Verurteilung Platz machen. Hans Thür weicht diesen Gefahren mit größtem Geschick aus, ohne daß sein kühner Gedankenflug, die spannungsgeladene Dramatik und die flüssige Sprache dadurch gehemmt würden ... Neben der glänzenden Behandlung des eigentlichen Stoffes müssen wir vor allem auf die außerordentlich plastische Schilderung der Schauplätze hinweisen. Stets weiß Hans Thür das Milieu und die Menschen mit bewundernswerter Sachkenntnis und bildhafter Anschaulichkeit zu beschreiben."
    (Quelle: Sirius-Verlag in: Hans Thür "Dämonen zweier Welten").

    Noch ein Nachwort, lieber Leser! (Seite 311)

    Ich weiß, daß es solche "Todesstrahlen" nicht gibt, ja daß es nach dem Stande unserer Wissenschaft und dem Vermögen der Fachleute, die künftige Entwicklung zu berechnen, solche auch nie geben wird. Das ist ein Glück für die Menschheit, über die falsch geleitete Erkenntnisse schon Unheil genug gebracht haben. Gewiß, ich hätte auch eine Atom-Geschichte schreiben können, die Geschichte eines Wissenschaftlers etwa, der von einem machthungrigen, fremden Despoten entführt und gezwungen wird, sein auf den friedlichen Fortschritt gerichtetes Bemühen der Drohung der Zerstörung dienstbar zu machen. Das wäre eine mögliche Geschichte gewesen. Doch ich wollte eine symbolische schreiben.
    Hat Robert Hartmann nicht recht, wenn er der illustren Gesellschaft im Festsaal der Akademie der Wissenschaften zu Paris zuruft: "Wie viele David Smiths hat es doch schon in der Geschichte der Wissenschaft gegeben!" Waren wir nicht selber jeder von uns schon einmal ein David Smith - oder nahe daran einer zu werden? Ehrgeiz, Hochmut, Unduldsamkeit - können die nicht diabolischer wirken als unsere Todesstrahlen? Nehmen wir David Smith, den Abt Lap-sung und auch Robert Hartmann als Symbole der tief in uns wirkenden Kräfte, dann wird das Geschehen in diesem Buche plötzlich nicht mehr phantastisch, sondern durchaus möglich werden.
    Hans Thür