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Autor J. G. Thieme
(Gottfried Thieme)
Titel Die Ipsoiden
Zukunftsroman
Verlag Bewin-Verlag
B.Winterbach K.G. Menden/Sauerland
Jahr 1957
Nachdrucke
  • 1958: "LUNA WELTALL Utopischer Roman" Heft # 42: "Experiment in der Arktis" · Walter Lehning Verlag, Hannover · 65 S. 
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    J. G. THIEME
    [ Johann Gottfried Thieme (*1898) ]

    DIE IPSOIDEN

    Es beginnt ganz harmlos mit einer Schallplatte. Allerdings ist es eine etwas geheimnisvolle Schallplatte aus dem Besitz des in Grönland verschollenen Gelehrten Peter Born. Sie hat den seltsamen Titel: Das brüllende Nordlicht. Im übrigen sieht sie aus wie jede andere Schallplatte, nur ... sie gibt keinen Schall. Ist es ein dummer Witz oder . . . Warum heult der Hund auf einmal so sonderbar? Können Hunde nicht Ultraschall hören? Und dann plötzlich am Ende des geheimnisvollen Ultraschallkonzerts der herzzerreißende Schrei: "Hilfe! Hilfe! Um Gottes willen - rettet mich!"

    Der geheimnisvolle Hilferuf läßt Günther Kern keine Ruhe. Er geht den Spuren Peter Borns nach und stößt auf andere sonderbare und unheimliche Tatsachen. Gibt es denn Menschen, die Ultraschall hören können? Die mit ihren Augen infrarote und ultraviolette Strahlen sehen können, so wie wir das gewöhnliche Licht? Gibt es Menschen mit Schwimmhäuten zwischen den Fingern? Halten sie sich vielleicht im hohen Norden verborgen, sind sie es, die Peter Born gefangen halten? Aber wo kommen sie her? Was wollen sie?

    Zusammen mit einem befreundeten Vererbungsforscher und dessen Schwester unternimmt Günther Kern schließlich eine Expedition in die Eiswüsten des hohen Nordens. Es wird bald klar, daß es eine sehr gefährliche Expedition ist, daß unbekannte und unheimliche Feinde den kühnen Menschen auflauern. Je weiter sie nach Norden vordringen, desto geheimnisvoller und phantastischer werden die Abenteuer, bis plötzlich . . .

    Aber nein, wir würden dem Leser dieses aufregenden Buches einen schlechten Dienst erweisen, wenn wir ihm das Geheimnis der Ipsoiden verrieten. Es sind tatsächlich menschliche Wesen, Mutationen mit geheimnisvollen Eigenschaften, mit Sinnesorganen, die viel empfindlicher sind als die unsrigen.

    Aber es sind keine phantastischen Wesen aus dem Weltraum. Der Verfasser, der selbst Wissenschaftler ist, bleibt mit beiden Füßen auf dieser Erde und auf dem Boden der modernen Wissenschaft. Er will uns nur die Konsequenzen zeigen, zu denen diese Wissenschaft einmal führen kann. Die unheimliche Wissenschaft von den Atomstrahlen, die die menschliche Erbmasse verändern können, die uns alle bedrohen, Nein, die Ipsoiden brauchen wirklich nicht auf fliegenden Untertassen aus dem Weltraum zu kommen. Sie sind aus Menschen entstanden, aber sie haben nichts Menschliches mehr. Sie sind entstanden durch die Kräfte, die wir heute schon kennen und mit denen unsere Gelehrten arbeiten. Oder muß man hier sagen: mit denen sie in unverantwortlicher Weise spielen?

    J. G. Thieme hat mit diesem atembenehmenden Roman etwas ganz Neues auf dem Gebiete des Zukunftsromans geschaffen. Mit dem seherischen Blick in die Zukunft und den wissenschaftlichen Kenntnissen, die jeder Verfasser von wirklich guten Zukunftsromanen haben muß, verbindet er eine geradezu dramatische Erzählergabe. Die Menschen, die er schildert, sind lebenswahr; sie lieben und leiden und wir lieben und leiden mit ihnen. Von der ersten Seite dieses Buches, als Elli an einem Abend tanzen wollte, bis zu der dramatischen Flucht durch die Polnacht aus dem brennenden Ljodokòl, hält uns dieses magische Buch wie in einem Rausch gefangen. Ein modernes Märchen? Die tolle Laune eines Dichters? Oder ist es eine unheimliche Zukunft, die in diesem Buche ihre Schatten vorauswirft?

    Impressum: © by Bewin-Verlag GmbH. Menden/Sauerland · Gesamtherstellung: W. Riedel KG. Menden.

    BEWIN-VERLAG GMBH. - Menden/Sauerland

    [ OA | o. J. (1957) | 288 S. | 18,5 x 12,5 | Farb. ill. Supronyl: DM 6,80 ] +

    [ TG Katalog-93 | Illmer-251 | Serowy # 1204-1 | ddb+ (falsches Datum: ~1955) ]

    Vorwort der Heftausgabe:

    "Der Verfasser, der selbst Genetiker ist, will uns in diesem Roman die Konsequenzen zeigen, zu denen die Wissenschaft von den Atomstrahlen führen kann. die Radioaktivität, die z. B. auch bei den Atombombenversuchen frei wird oder bei einem Kampf mit atomaren Waffen die Atmosphäre verseuchen würde, verändert die menschliche Erbmasse. Nachdem 9235 Wissenschaftler aller Nationen die Welt auf diese Gefahr aufmerksam gemacht haben, ist es kein Geheimnis mehr, daß die Kräfte, mit denen einige verantwortungslose Forscher arbeiten - oder muß man sagen, leichtsinnig spielen? - zu den grauenhaftesten Folgen führen können. In diesem Sinne soll der vorliegende Roman eine Warnung sein. Er soll den Leser darauf aufmerksam machen, daß bereits sein eigenes Leben bedroht und daß der Fortbestand einer gesunden Menschheit ernsthaft gefährdet ist."

  • J. G. Thieme ist der deutsche Autor Johann Gottfried Thieme (*1898 in Jena), der unter dem Pseudonym Ans van Breda einen weiteren SF-Roman geschrieben hat ("Das Mädchen und die Nebelkammer", Gentner Verlag Stuttgart, 1949). Als Ans van Breda wurden im Bewin-Verlag, Balve in den fünfziger Jahren einige Abenteuer-Romane von ihm veröffentlicht (Quelle: Die Pseudonymenlexika von Weigand und Eymer).

  • Die Deutsche Nationalbibliografie verzeichnet dagegen zwei Einträge als niederländischer Autor (1. Johann G. Thieme 2. Ans van Breda). Bei beiden werden die oben genannten Zukunfts- und Abenteuer-Romane angeführt, sowie weitere Romane, vor allem Jugendromane um 1960/1970 im Engelbert-Verlag, Balve, die als Übersetzungen aus dem Niederländischen durch Hetty Fuller angegeben sind. ]