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Autor Fredric William Brown
Titel Die grünen Teufel vom Mars
Ein utopischer Roman
Verlag Gebrüder Weiss Verlag
Berlin-Schöneberg
Jahr 1959
Originaltitel Martians, Go Home
Originaljahr 1955
Übersetzer Herbert Roch
Titelbild Bernhard Borchert
Titelbild 2 Bernhard Borchert
Nachdrucke
  • 1964: "HEYNE SF" TB # 3038 · Genehmigte TB-Ausgabe (Lizenz Gebr. Weiss) · 156 S. · Cover: Atelier Heinrichs, München.
  • 1968: "TERRA Utopische Romane" Heft # 548 · Arthur Moewig Verlag, München · Ü: Herbert Roch · 65 S. · Cover: Karl Stephan.
  • 1973: "TERRA SF" TB # 215 · Erich Pabel Verlag, Rastatt · NA (Lizenz Gebr. Weiss Verlag) · 160 S. 
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    FREDRIC BROWN
    [ Fredric William Brown (1906-1972) ]

    DIE GRÜNEN TEUFEL VOM MARS

    Zukunftsroman

    Es braucht nicht immer ein Krieg oder eine Seuche zu sein, womit die Bewohner ferner Welten unsere geplagte Erde heimsuchen; diesmal ist es ganz etwas anderes. Ein altes Märchenmotiv spielt herein, das die Menschheit auch heute noch beschäftigt: die Aufhebung der Grenzen von Raum und Materie. Die grünen Kobolde nämlich; die, vom Mars kommend, zu Millionen die Erde überschwemmen, sind unkörperlich und ungreifbar; ätherischer als das Licht, dringen sie durch die dicksten Mauern, sie wissen alles, verstehen alles und können sogar Gedanken lesen.

    Das alles möchte noch angehen, wären die Erdbewohner lauter Engel. Da ihnen aber ohne Ausnahme das Menschliche, Allzumenschliche anhaftet, haben sie es gar nicht gern, wenn ihre geheimsten Regungen frech und schamlos ans Licht gezerrt werden, wenn plötzlich ihre Familienverhältnisse vor aller Augen liegen, wenn ihrer Heuchelei und Selbstsucht kein noch so fadenscheiniges Mäntelchen mehr umgehängt wird und alle ihre Handlungen einer ätzenden Kritik ausgesetzt sind. So bringen die grünen Teufel vom Mars das ganze gemächliche Alltagsleben der Menschen ins Wanken; ihre Vertreibung oder Ausrottung wird zum Weltproblem Nr. 1. Fredric Brown ist unerschöpflich im Erfinden komischer Situationen, in denen die bestürzten Erdbewohner, mit den boshaften Marsgeschöpfen konfrontiert, all ihres äußeren Glanzes und ihrer vorgeblichen Tugend beraubt werden. Er hat hier ein sehr witziges, ungemein spannendes und bisweilen tiefsinniges Buch geschrieben, einen Roman, der zur Science Fiction zählt und sich doch zugleich über diesen modernen Literaturzweig lustig macht.

    Impressum: Alle Rechte der deutschen Ausgabe beim Gebrüder Weiß Verlag, Berlin-Schöneberg · Originaltitel: MARTIANS, GO HOME · Übertragung aus dem Amerikanischen: Herbert Roch · Umschlag- und Einbandentwurf: Bernhard Borchert · Satz und Druck: Wilhelm Möller KG., Berlin.

    GEBRÜDER WEISS VERLAG · BERLIN-SCHÖNEBERG

    [ DEA | o. J. (1959 | 252+1=253S. | 19,5 x 13 | Roter Leinenband m. Deckelvignette u. farb. ill. SU: DM 7,80 -- Kt m. SU | Reihe "Roman aus der Welt von morgen - Die Welt von morgen im Roman von heute" | mit 3 Seiten Verlagswerbung ] +=

    [ TG # 10 - Okt 1959 | Illmer-61 | Serowy # 164-1 | ddb+ ]

    [ "Martians, Go Home" ist erstmals als Erzählung unter dem Titel "Martians, Go Home!" im amerikanischen Magazin ASTOUNDING SCIENCE FICTION in der Ausgabe September 1954 (S. 9-55) erschienen, und - erweitert zum Buch - im Jahr 1955 bei E. P. Dutton, New York. ]

    Cover 2:

  • Deckelvignette von Bernhard Borchert der Weiß-Ausgabe
  • Cover des Heyne Taschenbuchs (Atelier Heinrichs, München).

    Rezensionen / Materialien:

  • Alpers, Fuchs, Hahn (Hg.): Reclams Science Fiction Führer. 1982: Philipp Reclam jun., Stuttgart. (Seite 63)

    "MARTIANS GO HOME ist eine der skurrilsten Satiren der SF. Pointiert und bissig nimmt Brown verlogene Moral und Heuchelei der Menschen aufs Korn . . . In der für ihn typischen Mischung aus Spott und SF-Persiflage, die auch einen großen Teil seiner Stories kennzeichnet, schrieb Brown einen herausragenden satirischen SF-Roman, der zugleich solide Unterhaltungsliteratur ist."
    (Reclams Science Fiction Führer)

  • Michael Drewniok: "Invasion der ungewöhnlich witzigen Art" auf den webseiten "phantastik-couch.de", "buchrezicenter.de" und "buchwurm.info" - rezensiert wird die Heyne Taschenbuch-Ausgabe von 1964:

    "Die Marsianer kommen! - kleine grüne Männchen, die nicht kriegerisch sondern gemein und lästig sind und sich nicht loswerden lassen, bis die irdische Zivilisation sich in einen Scherbenhaufen verwandelt . . . - Dieser Klassiker der humorvollen Science Fiction hinterfragt den (US-typischen) Alltag (der 1950er Jahre), indem er dessen Normen und Regeln außer Kraft setzt und sich ausmalt, welche Folgen dies haben könnte. Gewaltfrei, ideenreich und erfreulich respektlos (wenn auch aus heutiger Sicht harmlos) spielt der Verfasser seinen Plot durch und kann damit auch im 21. Jahrhundert noch zum Lachen reizen . . .

    Unter dem unnötig grellen, wohl zur Lockung des Lesers 'übersetzten' Titel 'Die grünen Teufel vom Mars' wurde 'Martians, Go Home!' schon 1959 als gebundenes Buch in Deutschland veröffentlicht. Das Titelbild dieser Ausgabe ist wunderschön, doch wichtiger ist: Die Qualität der Textübersetzung (die von den Neuausgaben übernommen wurde) macht den Roman noch ein halbes Jahrhundert später lesbar. Der Ton ist natürlich veraltet, der Übersetzer spricht durchweg von 'Martiern' (und drollige Verständnisfehler kommen schon auf der ersten Seite vor: '[Luke Devereaux] war mit einem weißen T-Hemd bekleidet . . ."), was dem Werk andererseits einen nostalgischen Charm verleiht. Es hätte eine Neuauflage verdient, doch die erfährt es regelmäßig ausgerechnet in den USA, wo die Leser anscheinend kein Problem damit haben, über sich selbst zu lachen.

    1990 inszenierte David Odell den Film "Martians, Go Home!" nach einem Drehbuch von Charles S. Haas mit Randy Quaid in der Hauptrolle des Mark [sic!] Devereaux. Die überwältigende Mehrheit der ohnehin nicht zahlenstarken Zuschauer hielt das Werk für eine geist- und witzlose Zumutung, und als solche ging es auch unrühmlich in die Filmgeschichte ein."

    (Michael Drewniok - Mai 2007)

  • "Der witzigste Roman des Jahres (1955) war zweifellos 'Martians, Go Home' (dt. 'Die grünen Teufel vom Mars') von Fredric Brown. Hier lässt der Autor tatsächlich kleine grüne Männchen auftauchen, die sich in die Belange der Erdenmenschen einmischen und zu allem ihre Kommentare abgeben, sei es die große Politik oder das Privatleben der Menschen."
    (Hardy Kettlitz in: ALIEN CONTACT # 66: Science Fiction History: Phantastik-Ereignisse 1955).