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Autor John Christopher
(Samuel Youd)
Titel Das Tal des Lebens
Roman
Verlag Gebrüder Weiss Verlag
Berlin-Schöneberg
Jahr 1959
Originaltitel The Death of Grass (GB, 1956)
No Blade of Grass (USA, 1957)
Originaljahr 1956
Übersetzer Gerhard Thebs
Titelbild Bernhard Borchert
Nachdrucke
  • 1971: "HEYNE SF" TB # 3228 · LA Weiss Verlag · Wilhelm Heyne Verlag, München · 175 S. · Cover: Atelier Heinrichs. 
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    JOHN CHRISTOPHER
    [ Samuel Youd (1922-2012) ]

    DAS TAL DES LEBENS

    Auf der Flucht vor dem Tode finden zwei Familien in einem weltabgeschiedenen Tal Rettung.

    Ein bösartiges Virus, das im Fernen Osten sein Zerstörungswerk beginnt, dann aber auch auf Indien, die Sowjetunion und Westeuropa übergreift, vernichtet sämtliche Gras- und Getreidesaaten, so daß der Hunger sich zum Herrn erhebt und alle moralischen Schranken niederreißt.

    John Custance verläßt mit seiner eigenen und zwei weiteren Familien London, um bei seinem Bruder David Zuflucht zu suchen. David lebt als Farmer in einem kleinen Tal im Norden Englands, das, rings von Bergen umschlossen, nur durch einen einzigen schmalen Zugang betreten werden kann. Dort ist die Not noch nicht eingezogen, denn David hat sich rechtzeitig auf den Anbau von Rüben und Kartoffeln umgestellt.

    Die Reise der Flüchlinge, im Auto begonnen und zu Fuß fortgesetzt, wird eine Wanderung durch die Hölle: Raub, Mord, Vergewaltigung sind an der Tagesordnung, Menschlichkeit wird zu einem Luxus, den man sich nicht mehr leisten kann. Selbst innerhalb der Familien entstehen Spannungen; unter dem Zwang der Verhältnisse scheinen sich die Charaktere zu wandeln: nun erst wird offenbar, was an Möglichkeiten, sei es zum Guten oder zum Bösen, an Mut und Leidensfähigkeit in ihnen steckt.

    Es ist die große Kunst des Autors, wie er das Ungeheuerliche, das sich begibt, mit ganz leisen Mitteln darstellt, indem er nicht das Allgemeine, sondern Einzelschicksale in den Vordergrund rückt und daran die Auswirkungen einer weltweiten Katastrophe zeigt.

    Impressum: Alle deutschen Rechte beim Gebrüder Weiß Verlag, Berlin-Schöneberg · Originaltitel: THE DEATH OF GRASS · Übertragung aus dem Englischen: Gerhard Thebs · Einband- und Schutzumschlagentwurf: Bernhard Borchert · Satz und Druck: Buchdruckerei Wilhelm Möller, Berlin-Waidmannslust.

    GEBRÜDER WEISS VERLAG · BERLIN-SCHÖNEBERG

    [ DEA | o. J. (1959) | 253+1= 254 S. | 19,5 x 13,5 | Ln m. Deckelvignette u. farb. ill. SU: DM 7,80 | Reihe "Roman aus der Welt von morgen · Die Welt von morgen im Roman von heute" | mit 2 Seiten Verlagswerbung ] +=

    [ TG # 11 - Dez 1959 (in TG # 9 mit dem Arbeitstitel "Das Korn stirbt" angekündigt) | Illmer-75 | Serowy # 233-1 | Bestandskatalog der Sammlung Ehrig # 8 (Juli 2008) | dnb+ ]

    Rezensionen / Materialien:

  • Alpers, Fuchs, Hahn (Hg.): "Reclams Science Fiction Führer" · Stuttgart: 1982 (Seite 94/95):

    "... Nach dem Erscheinen von The Year of the Comet (1955) und dem noch größeren Erfolg von The Death of the Grass (1956) - der Katastrophenroman wurde [1957] in der SATURDAY EVENING POST abgedruckt und unter dem Titel No Blade of Grass verfilmt [1970, Regie: Cornel Wilde, mit Nigel Davenport, Jean Wallace und John Hamill] - schrieb Christopher eine Reihe von Romanen, mit denen er sich das Image verschaffte, neben John Wyndham Hauptvertreter einer ganzen SF-Schule zu sein: der des englischen Katastrophenromans nach dem Zweiten Weltkrieg ...
    ... The Death of Grass steht auch stellvertretend für Christophers Katastrophenromane The World in Winter und A Wrinkle in the Skin. Ungewöhliche Naturereignisse stürzen in allen drei Büchern die Menschheit ins Chaos, aber immer gibt es Überlebende, die eine neue Chance erhalten. Doch es sind nicht die Katastrophen an sich, die Christopher interessieren, ihm kommt es auf das Verhalten der Menschen in Extremsituationen an. Die chaotischen Zustände nach Eintreten eines weltumfassenden Unglücks geben ihm die Möglichkeit, archaische Handlungsweisen zu beschreiben. Die Errungenschaften der Zivilisation sind wie weggeblasen, wenn es ums Überleben geht; jeder ist sich selbst der Nächste und dem anderen ein Wolf. Viele Protagonisten werden wieder zu den Wilden, die sie unter der Maske der Zivilisation immer schon waren, andere halten verzweifelt an den Gesetzen der Ethik fest, haben dafür aber auch geringere Überlebenschancen. Überleben kann in Christophers Katastrophenromanen nur, wer sich mit der Waffe in der Hand skrupellos durchsetzt. Das Individuum wird im weitesten Sinne vergewaltigt, und daraus ziehen diese Titel ihren voyeuristischen Reiz. Sie stellen eine Absage an liberales Gedankengut dar und ziehen gemeinsames, solidarisches Handeln gar nicht erst in Betracht, sie lassen allerdings auch deutlich werden, welch wertvolles Gut mit der Zivilisation vergeht."

  • Horst Ilmer in "phantastisch!" # 47 (Ausgabe 3:2012, 12. Jahrgang).

  • Franz Schröpf in: "Fantasia" # 7 · EDFC: 1980 (Seite 311).