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Autor Robert A. Heinlein
Titel Ein Doppelleben im Kosmos
Roman
Verlag Gebrüder Weiss Verlag
Berlin-Schöneberg
Jahr 1961
Originaltitel Double Star
ASTOUNDING SF Feb-Apr 1956
Doubleday, New York, 1956
Originaljahr 1956
Übersetzer Else von Hollander-Lossow
Titelbild Bernhard Borchert
Titelbild 2 Tim White
Nachdrucke
  • 1962: UTOPIA Großband Heft # 176: "Doppelgänger auf zwei Planeten" · Erich Pabel Verlag, Rastatt · Ü (gekürzt): Gerhard Hoffmann · 80 S. · Cover: R. S. Lonati.
  • 1965: HEYNE SF TB # 3049: "Ein Doppelleben im Kosmos - Ein utopischer Roman · NA Gebr. Weiss · 160 S. | 2. Aufl. 1970 | 3. Aufl. 1973.
  • 1968: TOSA Verlag, Wien: "Ein Doppelleben im Kosmos - Ein utopischer Roman" · NA Gebr. Weiss · Laminierter HC mit Rundum-Illustration · 190 S. · Cover: Ludek Pesek (siehe: Cover 2 links).
  • 1982: HEYNE SF TB # 3922: "Ein Doppelleben im Kosmos - Science Fiction Roman" · NA (= 4. Auflage bei Heyne) · Cover: Tim White | 5. Aufl. 1984.
  • 1985: "Science Fiction und Fantasy Club" · Buchclub-Ausgabe (Bertelsmann Lesering, Gütersloh / Buchgemeinschaft Donauland, Wien / Buch- und Schallplattenfreunde, Zug / EBG Verlag, Kornwestheim / Deutsche Buchgemeinschaft, Darmstadt) · NA Heyne · Pappband m. SU · Cover: Tim White (siehe: Cover 2 rechts).
  • 1995: "BASTEI LÜBBE SF" TB # 23167: "Ein Doppelleben im Kosmos - Ein Science-Fiction-Klassiker · Ü: Thomas Kneifer · 192 S. · Cover: Kelly Freas. 
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    ROBERT A. HEINLEIN
    [ Robert Anson Heinlein (1907-1988) ]

    EIN DOPPELLEBEN IM KOSMOS
    Zukunftsroman

    Für einen erkrankten Politiker springt ein Schauspieler als Double ein und fliegt in den Weltraum.

    Bonforte, Kabinettschef und bedeutender Politiker, ist in die Hände der Oppositionspartei gefallen und wird von ihr gefangengehalten. Da sein Verschwinden kurz vor den Wahlen unabsehbare Folgen haben würde, entschließt sich seine Partei, an Bonfortes Stelle ein Double auftreten zu lassen, und gewinnt dafür, halb mit Gewalt, einen gerade stellungslosen aber hochbegabten Schauspieler, Lorenzo Smythe.

    Der "Große Lorenzo" muß sofort zum Mars reisen, wo er als Bonforte unter den vorgeschriebenen Riten in die Marssippe aufgenommen wird. Smythe studiert nach Filmstreifen die Mimik seines Vorbilds, er vertieft sich in dessen Gewohnheiten und wächst allmählich so in seine Rolle hinein, daß er tatsächlich fast mit Bonforte eins wird. Was nur ein kurzes Zwischenspiel sein sollte, verlängert sich zudem notgedrungen, denn der echte Bonforte kommt zwar frei, ist aber ein gebrochener Mann und zu politischem Handeln gänzlich unfähig. Zu seinem Entsetzen muß Smythe, der Raumfahrten haßt, zum Mond weiterfliegen, um dort in der Hauptstadt dem Kaiser vorgestellt zu werden. Trotzdem schlägt er seine Feinde aus dem Felde und verhilft der Partei Bonfortes zu einem großen Wahlsieg.

    Heinleins Roman spielt in einem Reich von kosmischer Ausdehnung, und es ist seine unerreichte Kunst, alle Vorgänge so darzustellen, als wäre ein Leben in diesen Dimensionen für uns bereits selbstverständlich. Mit seinem unheldischen Helden, dem Politiker wider Willen, entwirft der Autor zugleich eine feine psychologische Studie. Auußerdem enthält die Handlung eine Fülle spannender kriminalistischer Motive.

    Impressum: © by Robert A. Heinlein · Alle deutschen Rechte beim Gebrüder Weiß Verlag, Berlin-Schöneberg · Originaltitel: DOUBLE STAR · Übertragung aus dem Amerikanischen: Else von Hollander-Lossow · Einband- und Umschlagentwurf: Bernhard Borchert · Satz und Druck: Walter Bartos, Berlin.

    GEBRÜDER WEISS VERLAG · BERLIN-SCHÖNEBERG

    [ DEA | o. J. (1961) | 229+1=230 S. | 18,5 x 13,5 | Roter Leinenband m. Deckelvignette u. farb. ill. SU: DM 7,80 | HLn m. Deckelvignette u. farb. ill. SU: DM 6,80 | Reihe "Roman aus der Welt von morgen - Die Welt von morgen im Roman von heute" | mit Verlagswerbung für diese Reihe ] =+

    [ TG # 21 (Aug 1961) | Illmer-126 | Serowy # 549-13 | dnb+ | Ehrig Bestandskatalog # 18 (Juli 2011) ]

    Rezensionen / Materialien:

  • TG # 22 (Okt 1961): "Ich möchte diesen Roman nicht als SF bezeichnen. Er ist mehr! Im Rahmen einer zukünftigen Welt mit ihren technischen Attributen zeigt Heinlein eine Gesellschaft auf, die vielleicht als zeitlos zu bezeichnen ist. Der Held der Geschichte, der sich in seine Rolle derart einlebt, daß es zur Perfektion der Situation und dem Beibehalt bleibt, ist überzeugend geschildert - dies ist Heinleins besonderes Talent. In diesem Sinne ist der Roman unbedingt zu empfehlen."

  • Hardy Kettlitz: "Robert A. Heinlein: Puppenspieler und Sternenkrieger" · mit Beiträgen von Arno Behrend und John Clute und einer Bibliographie von Hans-Peter Neumann · Februar 2010: Shayol Verlag, Berlin · "SF Personality" # 20:

  • (...) Damon Knight, der stets ein sehr kritischer Rezensent war, lobte Heinleins Roman in seinem 1956 erschienenen Buch In Search of Wonder über die Maßen und betonte insebesondere die gelungene Charakterisierung des Protagonisten. Und tatsächlich ist die Figur des Lorenzo sehr überzeugend. Zunächst ahmt er als völlig unpolitischer Mensch, der sehr großes schauspielerisches Talent hat, lediglich Bonforte nach, doch im Laufe des Romans entwickelt er sich, wird selbst zu einem charismatischen und verantwortungsbewussten Politiker, der nicht mehr nachäfft, sondern eigene Überzeugungen entwickelt und im Sinne der fortschrittlichen Sache auftritt.
    Für einen Roman der fünfziger Jahre sind die Außerirdischen sehr überzeugend gestaltet. Ihre Kultur wirkt fremdartig, aber nicht feindselig. Der Mars ist allerdings um einiges romantischer geschildert, als beispielsweise in Heinleins Jugendbuch Red Planet.
    Allein die letzten Sätze des Romans sind großartig und zeigen Heinleins damaligen Glauben an die Zukunft und Menschheit. Später mögen sich seine Ansichten vielleicht geändert haben, wie der sehr umstrittene vier Jahre später erschienene Roman Starship Troopers gezeigt hat.
    Großartig ist auch der Titel des Buches, der auf die Double-Tätigkeit des Schauspieler-Stars hinweist. In der deutschen Ausgabe funktioniert das leider nicht, und so kommt der deutsche Titel reichlich holprig daher."