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Serie Sugar Pearson (Rohr) #7
Autor Wolf Detlef Rohr
Titel Neptun, Stern der blauen Zwerge
Ein unheimlicher Zukunftsroman / Ein Planeten-Roman
Verlag Verlag C. S. Dörner & Co. Düsseldorf
Jahr 1955
Nachdrucke
  • 1957: "LUNA Utopia-Roman" Heft # 16 · Walter Lehning-Verlag, Hannover · 62 S. [ um etwa 30% gekürzt ]
  • 1981: "W. D. ROHR Utopia Bestseller aus Raum und Zeit" TB # 28 · Erich Pabel-Verlag, Rastatt · 161 S.
     
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    WOLF DETLEF ROHR
    [ (1928-1981) · alias Wayne Coover · alias Allan Reed ]

    NEPTUN - STERN DER BLAUEN ZWERGE
    [ Serie "Der Flug zu den Planeten" (auch: "Sugar Pearson" ) # 7 ]

    Innerhalb weniger Tage verschwinden aus New York einundzwanzig junge Mädchen. Algernon Brice, Wissenschaftler von Weltruf und Besitzer einer großen Raumschiffswerft, muß es mit eigenen Augen ansehen, wie seine Tochter Patricia aus einer blumigen Wiese verschwindet - spurlos verschwindet, als hätte sie niemals dort gestanden. William Pearson ist es, der nach dem Raub seiner jungen Frau Charmaine die Lösung des Rätsels findet. Zwölf geheimnisvolle Raumschiffe von einem fremden Planeten haben die jungen Mädchen in eine ferne Welt entführt. Ohne Versuchsflüge, ohne weitere Erprobung muß das neueste Raumschiff, der 'Transplanet', starten. Der Erbauer, Calligan, Pearson und auch Brice selbst sind an Bord. Günstige Kraftfelder im Weltraum beschleunigen ihren Flug zum Neptun, wo sie in der Gefangenschaft einer Unmenge von widerlichen blauen zwerghaften Wesen geraten. Aber dann wissen sie, daß nicht die blauen Zwerge ihre Feinde sind, denn sie gehorchen einem fremden Willen - den aussterbenden 'Silberpanzern', über zwei Meter großen menschenähnlichen Gestalten, deren Hirn dem des Menschen um hundertlausende von Entwicklungsjahren voraus ist. Auf eine seltsame Art und Weise gelingt die Verständigung; aber bald weiß Pearson, daß die Silberpanzer die geraubten Mädchen und Frauen nicht freiwillig herausgeben werden. Ein aussichtslos erscheinender Kampf beginnt gegen die wenigen Neptunbeherrscher und die Unmasse ihrer zwerghaften Arbeitssklaven - ein Kampf, in dessen Verlauf der 'Transplanet' zu Asche verbrannt wird. -

    Mit diesem Planetenroman ist Wolf Detlef Rohr ein Wurf besonderer Art gelungen. Das menschlich erregende Schicksal der geraubten Mädchen und der Expeditionsteilnehmer gerät manchmal in Vergessenheit gegenüber den überraschenden technischen Visionen des Autors.

    VERLAG C. S. DÖRNER & CO. - DÜSSELDORF

    [ OA | 1955 | 287 S. | 18,5 x 12,5 | Farb. ill. Supronyl ] +

    [ TG Katalog-81 | Illmer-216 | Serowy # 1032-13 | dnb+ ]

    Rezensionen / Materialien:

  • Rainer Eisfeld: " . . . und der Ring des Saturn kann niemanden mehr erschüttern" · In memorian WOLF DETLEF ROHR (1928-1981) in: "HEYNE SCIENCE FICTION MAGAZIN" # 3 (HSF TB # 3888 · 1982):

  • " . . . Während der gleichen Zeit erschien bei C. S. Dörner (Düsseldorf) die von Wolf Detlef Rohr verfaßte Leihbuchreihe »Der Flug zu den Planeten - Phantastische Abenteuer auf fremden Sternen«. Auf dem Leihbuchmarkt wirkten diese acht »Planetenromane« als ähnlich erfolgreicher thematischer Durchbruch wie die Jim Parker-Serie im Heftgeschäft . . . Mit ihnen (und seinen nachfolgenden, unter dem Pseudonym »Wayne Coover« verfaßten Titeln) schrieb Rohr sich neben Ernsting und Scheer in den Vordergrund der damaligen westdeutschen SF-Autorenszene . . .

    . . . In plastischen Passagen beschrieb Rohr wirbelnde Staubstürme, die unter einem tiefvioletten Himmel über die rote Marswüste jagten. Seine Jupiterwelt aus Eis und Feuer entsprach den Annahmen der Astrophysik in den fünfziger Jahren . . .

    . . . Mit solchen wie auch manchen anderen Schilderungen gaben die »Planetenromane« Rohrs dem gerade entstehenden SF-Spektrum in der BRD neue Impulse. Dennoch läßt sich nicht darüber hinwegsehen, daß die Saturn- und Plutoromane weitgehend unter dem Titel »Gangster im Weltall« firmieren könnten; daß die auf Neptun spielende Handlung sich darauf reduzierte, den aussterbenden Bewohnern diese Planeten die irdischen Frauen wieder abzujagen, die zu »Aufzuchtzwecken« entführt worden waren; daß schließlich der irdischen Auseinandersetzung auf dem Planeten Venus ein bis ins letzte simplifizierter Gegensatz zwischen »totalitärem (gelben) Osten« und »demokratischem Westen« zugrundelag.

    Auch dieses Modell war freilich nicht untypisch für die - diesmal politische - Vorstellungswelt der fünfziger Jahre. Solche Brüche, die bei dem Versuch auftraten, traditionellen Grenzen der utopischen Literatur im Rahmen eines Leihbuchmarktes durch eine weiter ausgreifende, weniger konventionelle Romanhandlung zu entgehen, verdeutlichen, was gemeint ist, wenn - wie eingangs - von einer Übergangszeit westdeutscher Science Fiction gesprochen wird, für die Rohrs Romane vielleicht am typischsten waren . . . "

    (Rainer Eisfeld)