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Autor Charles Grey
(Edwin Charles Tubb)
Titel Die zweite Macht
Utopischer Roman
Verlag Hönne Verlag
Balve
(Gebr. Zimmermann)
VerlagsNr. 646
Jahr 1958
Originaltitel Charles Grey: Enterprise 2115 (1954: Merit, London)
E. C. Tubb: The Mechanical Monarch (1958: Ace Books, New York)
Originaljahr 1954
Übersetzer Botho Rainer Doddenhof
Titelbild 2 Karl Stephan
Nachdrucke
  • 1960: "TERRA Utopische Romane" Heft # 115: Charles Gray (!): "Die zweite Macht" · Arthur Moewig Verlag, München · o. J. (29. April 1960) · NA (gekürzt) · 62 S. · Cover: Karl Stephan. 
  • Das (c) der Texte und Titelbilder liegt
    bei den Verlagen, Autoren und Künstlern
    Daten zuletzt bearbeitet
    von
    Alfred Beha

    CHARLES GREY
    [ Edwin Charles Tubb (1919-2010) ]

    DIE ZWEITE MACHT
    Reihe "UTOPIA-SPITZENKLASSE"
    Utopischer Roman

    Sie waren zwei. Rosslyn, der Pilot, und Comain, der Träumer. Rosslyn starb im Weltenraum. Erst zwei Jahrhunderte später fand man seinen erfrorenen und von der Kälte konservierten Körper und erweckte ihn durch ein Wunder der zukünftigen Wissenschaft wieder zum Leben. Comain . . .? Comain blieb auf der Erde und verwirklichte seine Träume. Als Rosslyn zurückkehrte, fand er eine Zivilisation vor, die seine kühnsten Vorstellungen übertraf. Der Planet wurde von Frauen regiert, die sich bedingungslos von den automatischen und unbarmherzigen Voraussagungen einer riesigen und erschreckenden Maschine leiten ließen; einer Maschine, die die Zukunft voraussagte, und die Handlungsweise einer ganzen Welt im voraus bestimmte.

    In diese neue und in sich gefestigte Zivilisation kam Rosslyn, dessen Gegenwart diese Welt an den Rand des Chaos brachte. Er mußte assimiliert und eliminiert werden. Aber Rosslyn wollte keines von beiden. Er wurde zur Hauptperson in einem globalen Spiel, dessen Preis die Macht, und dessen Einsatz die Zukunft der Menschheit war. Wie Rosslyn, in ständigem Kampf diese fremden Lebensbedingungen zu ergründen, seine Probleme löst, wie er sich in diese neue fanatische Welt einordnet, und wie er die erschütternde Wahrheit entdeckt, indem er das fürchterliche Geheimnis der Maschine erfährt, wird in diesem eigenartigen und von der ersten bis zur letzten Seite spannenden Roman erzählt. Ein Roman des menschlichen Ehrgeizes wider ein kaltes, rechnendes, unmenschliches, unbestechliches . . . aber nicht unfehlbares Monster.

    Impressum: © by Hönne-Verlag, Balve i. W. · Verlags-Nr. 646 · 1. Auflage · Englischer Originaltitel: ENTERPRISE 2115 · Ins Deutsche übertragen von Botho Rainer Doddenhof · Gesamtherstellung: Gebr. Zimmermann, Balve.

    HÖNNE-VERLAG - BALVE/WESTF.
    [ Verlagsgruppe Gebr. Zimmermann, Balve i. W. ]

    [ DEA | o. J. (1958) · 1. Auflage (1.-5. Tsd.) | 254 S. | 18,5 x 12,5 | Farb. ill. Supronyl m. SU: DM 6,80 | mit einer Werbeseite für den Utopia-Spezial-Versand TRANSGALAXIS · Reihe "UTOPIA-SPITZENKLASSE" | mit Werbung für diese Reihe auf dem hinteren Buchdeckel ]

    [ TG # 3 - April 1958 | Illmer-117 | Serowy # 1235-15 | Ehrig Bestandskatalog # 16 (Aug 2010) | dnb+ ]

    Rezensionen / Materialien:

  • TRANSGALAXIS #3 (April 1958):

    "Utopia-Spitzenklasse" - das ist besonders für diesen Roman ein Wertbegriff!
    Botho-R. Doddenhofs Übersetzung bringt die Elemente eines Themas zur besten Wirkung und wenn Begriffe der Parapsychologie auftauchen, ist dieses Einfühlungsvermögen von größtem Wert.
    Der Autor ist hier erstmalig in der deutschen Übersetzung erschienen. Sein Roman ist einer der besten, die wir bisher kennenlernten. Ein sehr zu empfehlendes Buch!"

  • Hermann Urbanek: "E. C. Tubb" in: "Bibliographisches Lexikon der utopisch-phantastischen Literatur" · Corian Verlag, Meitingen · Lose-Blatt-Sammlung · 5. Erg. Lfg. März 1986:

    " ... Zu Beginn der fünfziger Jahre erlebte Großbritannien einen gewaltigen Science Fiction-Boom, nicht nur bei den Magazinen, sondern auch bei den Taschenbüchern und Taschenheften ...

    ... sein Debut als Roman- (und Story-) Autor gab E. C. Tubb 1951 ... sein Ausstoß van Geschichten war in den frühen fünfziger Jahren ganz enorm ... Die Anzahl der Pseudonyme (mehr als fünfzig), die er für seine Stories verwendete, war ebenso beachtlich wie die Bandbreite der Periodika, in denen sie erschienen ...

    ... (1953) und im darauffolgenden Jahr sahen auch die Romane Veröffentlichung, die unter dem Pseudonym "Charles Grey" erschienen und von den meisten Kritikern als qualitativ bessere Arbeiten, die Tubb in diesen Jahren schrieb, angesehen werden ... Enterprise 2115, der beste von diesen acht Romanen.

    In ihm kehrt ein Raumfahrer, nachdem er 200 Jahre tiefgefroren im All trieb, wiederhergestellt zur Erde zurück, einer Welt, die von Frauen regiert wird, in der eine Maschine die Zukunft vorhersagt und die Handlungen einer ganzen Welt mit niederschmetternder Genauigkeit bestimmt. Seine Ankunft stört das festgefahrene Gefüge, er muß sich entweder anpassen oder vernichtet werden - doch er stellt sich auf eigene Füße und entdeckt das Geheimnis der Vorhersagemaschine."

  • SF-Dinosaurier auf "a3khh.blogspot.de" am 06.12.2014 zur TERRA-Ausgabe:

    " ...Dieser Roman ist hier, 1960, das letzte Mal auf Deutsch erschienen. Was ein echtes Manko ist. Neben der klassischen Buck-Rogers-Story über einen im All hibernierenden Astronauten und dem ebenso klassischem Topos einer weltumspannenden Computer-Gesellschaft finden sich hier einige Topoi, die mich eher an die 70er und 90er erinnern, denn an die 50er.

    Zunächst einmal die matriarchalische Gesellschaft, die Tubb als Zivilisation des Jahres 2115 präsentiert. Er stellt den Übergang von einer männerdominierten Gesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt als soziologisch-demographisch zwangsläufige Entwicklung nach einem Atomkrieg dar und vermeidet jegliche Gender-Propaganda. Auch beschreibt er diese frauendominierte Gesellschaft als nicht anders als das damalig realexistierende Patriarchat, was mich persönlich doch etwas stutzig macht. Frauen denken anders als Männer, Tubb war das weder bewusst noch stellt er dies in seiner Geschichte dar. Auch die Dominanz der (männlichen) Rebellen und das Sie-reiten-in-den-Sonnenuntergang-Ende hat mir persönlich nur eingeschränkt gefallen. Aber es sollte ja auch noch 35 Jahre dauern, bis die Emanzipation sich in den SF/F-Geschichten wirklich durchgesetzt hat. Der Roman ist also diesbezüglich seiner Zeit vielleicht etwas voraus, bleibt aber hinter seinen Möglichkeiten zurück.

    Die zweite Sache, die ich bemerkenswert finde, ist die These, daß sich alles auf der Erde exakt voraussagen lässt, wenn man alle Einflussmöglichkeiten kennt. Dies ist sozusagen die Newtonsche Prä-Quantenmechanik-Sicht, die beispielsweise Heinlein mit seinen spieltheoretischen Anmerkungen konterkariert. Rosslyn als nicht im System enthaltener Störfaktor erzeugt falsche Berechnungen des Großcomputers und stellt somit eine der wenigen logischen Begründungen für die Errichtung einer Big-Brother-Diktatur dar.

    Was mich aber am stärksten überrascht hat, ist die Beschreibung des Hochladens eines menschlichen Geistes in einen Computer. Tubb beschreibt hier einen SF-Topos, der meines Wissens erst Jahrzehnte später im Cyberpunk wieder aufleben sollte. Beziehungsweise meiner Kenntnis nach dort neu erfunden wurde. Comain, der Mensch, entwickelte einen Computer, in den er seinen Geist hochlud - und dieser Computer wird ebenfalls als "Comain" bezeichnet. Meines Wissens ist das die früheste Darstellung einer solchen Computer-Mensch-Symbiose oder gibt es noch ältere?"